Ein bis zwei Jahre vor „Dracula“ mit Christoper Lee, aber in schwarz-weiß, entstand dieser weniger bekannte Vampir-Film, gibt aber schon die stilistische Ausrichtung folgender Werke aus diesem Genre vor. Er bildet praktisch eine Schnittstelle zwischen „Universal“ und „Hammer“. Hier werden erstmals die ikonischen verlängerten Eckzähne gezeigt, ohne dass das filmhistorisch oder popkulturell bis heute merklich gewürdigt wird. Vielleicht liegt es am Herkunftsland Mexiko? Ja, dieser Film ist aus Mexiko, aber könnte auch Hollywood, England oder Italien sein. Es ist wirklich erstaunlich wie meisterhaft nicht nur die Fragmente der bisherigen Vorlagen zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt wurden, sondern auch wie technisch perfekt die Umsetzung trotz kleinen Budgets ist. Licht- und Schatten-Spiele, Überblendungen, Unsichtbarkeitseffekte und ein stimmungsvoller Score. Hacienda-Gothic-Horror! Der wichtigste Faktor am Konzept ist neben Atmosphäre und visueller Ästhetik stets ein charismatischer Blutsauger, und auch hier gibt es nichts zu meckern.
Am Ende war ich mehr als erstaunt über diese Entdeckung. Da muss erst ein 70 Jahre alter Film kommen, um eine solche Wirkung mal wieder in all der aufgewärmten Übersättigung zu erreichen.