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Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nahmen die militärischen Geheimoperationen durch die Alliierten deutlich zu, spätestens ab 1944 waren sie mehrheitlich von Erfolg gekrönt. Regisseur Wesley Mellott konzentriert sich bei seinem Kriegsabenteuer jedoch weniger auf strategisch ausgebuffte Taktiken, denn auf das Zusammenspiel der teils illustren Figuren.

1944: Die britische Spionin Kat wurde von den Nazis gefangen genommen. Sie soll elementare Informationen mit sich führen. Amerikaner und Briten müssen ein Team bilden, um sie und weitere Gefangene aus einem Lager zu befreien. Unterstützung erhalten sie von drei Widerstandskämpferinnen…

Dass sich der Stoff nicht allzu ernst nimmt, ist früh an der bunten und gleichermaßen treffenden Besetzung auszumachen, indem etwa ein Costas Mandylor in einem Kurzauftritt als Mittelsmann fungiert und dabei wie ein alter Seebär in Erscheinung tritt. Auch diverse Helfer wie ein Pilot und ein irischer Dude sind nicht ganz ernst zu nehmen, da sie die Chose regelmäßig mit seichter Situationskomik ausschmücken, während die Nazis allesamt zu Karikaturen mutieren, bei denen der schon obligatorische schwarze Ledermantel nicht fehlen darf.

Aufgrund der Figurenkonstellation entstehen einige sympathische Allianzen und es ist sogar ein gewisses Mitfiebern gegeben, wenn sich die Helden den feindlichen Linien nähern oder die gefangene Spionin gegenüber dem schmierigen Nazioberst ihr Gesicht zu wahren versucht.
Leider halten sich Actionszenen lange zurück, obgleich recht früh ein Schiff von einem Torpedo getroffen wird oder einige Befreiungsversuche am Rande eines Lagers stattfinden. Das vergleichsweise geringe Budget spricht eher dafür, aufwändige Szenarien zurückhaltend in Szene zu setzen und den etwas größeren Wumms fürs Finale aufzusparen.

Während nur wenige Fahrzeuge eingebunden sind, fallen die überschaubaren Kulissen eher karg aus, viele Szenen spielen an schlicht ausgestatteten Sets, ein Schloss wird lediglich durch eine Fotografie angedeutet und von einem Zug sieht man ebenfalls nur Ausschnitte.
Demgegenüber sehen die meisten Waffen halbwegs authentisch aus und bei diversen Uniformen achtete man immerhin auf kleine Details wie Abzeichen.

Am Ende gibt das vermeintliche Himmelfahrtskommando schließlich doch ein wenig Gas und trotz schlichter Action wie kleine Explosionen und Schusswechsel wird aufgrund des flotten Tempos Abwechslung geboten. Der Score unterstützt die Szenarien mit passablen Einsätzen und auch die meisten Mimen überzeugen mit Präsenz und Spielfreude, wobei manche sichtlich übers Ziel hinausschießen.
Der ständige Versuch, Lockerheit ins Spiel zu bringen wertet das Werk tatsächlich auf, allzu ernst zu nehmen ist es aufgrund dessen hingegen nicht.
5,5 von 10

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