Chucky, seine Braut, aber auch Megan verkörpern Mörderpuppen mit einer gewissen Persönlichkeit und einem entsprechenden Wiedererkennungswert. Mit ihnen werden markante Gesichter verbunden, was elementar für eine solche Erscheinung ist. Genau diese Grundlage fehlt dem Werk von Autor und Regisseur Jose Prendes.
Astrid ist nicht sonderlich erfreut, als sie von Darcy, einer Nachbarin aus Kindertagen eine lebensgroße Puppe erhält, die ihrem eigenen Abbild nachempfunden wurde. Die einseitige Zuneigung findet ein jähes Ende, als sich Darcy aus verschmähter Liebe das Leben nimmt. Doch damit startet ein Killerstreifzug der Puppe…
Der Mockbuster (verspätetes Pendant zu „Megan 2.0“) stammt aus dem Hause Asylum und weil ein Eric Roberts augenscheinlich keine Zeit hatte, wurde Michael Paré als Dad einberufen. Der sitzt eigentlich nur am Tisch, behauptet mehrfach, es sei Senf im Essen und hat ansonsten keine Funktion. Er behauptet zwar, er habe Dates mit einer Yoga-Lehrerin, doch selbige kommt erst gar nicht zum Einsatz.
Stattdessen gibt es eine überschaubare Schülerkonstellation mit eher unsympathischen Individuen: Von den zwei Dudes geht mindestens einer fremd, während der andere platte Sprüche reißt, bei den Trullas darf die obligatorische Gothic Bitch nicht fehlen und dann hat man am Rande eine Psychologin abgestellt, welche kurz vor Showdown noch ein Voodoo-As aus dem Ärmel zu zaubern versucht.
Das jedoch deutlichste Manko ist die komplett austauschbare Erscheinung der Puppe, welche permanent eine weiße Maske mit Augenschlitzen über dem Antlitz trägt, wodurch sie erst gar kein Gesicht erhält. Der Rest besteht aus lumpiger Schulkleidung und versprüht kaum Schrecken, zumal sie sich bis auf eine leichte Kopfneigung erst gar nicht bewegt um dann, wie ein Mädchen unter Verkleidung zuzuschlagen. Dies geschieht immerhin weitgehend stichhaltig mit einem Messer und einigen praktischen Einlagen. Allzu explizit fällt das Blutvergießen allerdings nicht aus und sonderlich kreativ gestalten sich die wenigen Ableben nicht.
Zudem fehlt das spielerisch Garstige, was einer solchen Erscheinung bestenfalls anhaften sollte. Die Puppe schlägt zu, entsorgt offenbar alle Leichen, um dann komplett in der Versenkung zu verschwinden. Somit hat Hauptfigur Astrid etwa gar keine Berührungspunkte mit Morgan, was sich erst gegen Finale ändern soll, als ein vorhersehbarer Twist in den Mittelpunkt rückt. Zwar wird ein wenig an der Temposchraube gedreht, doch in Sachen Suspense wäre deutlich mehr drin gewesen.
In Richtung Mittelmaß tendieren zudem nahezu sämtliche Mimen mit allenfalls brauchbaren Leistungen, gleiches gilt für den Score von Harry Manfredini, von dem man deutlich markantere Klänge gewohnt ist. Handwerklich bleibt das Werk eher unauffällig, was sich im Grunde auf nahezu alle Zutaten des Puppenhorrors bezieht. Dieser verläuft arg formelhaft, immerhin ohne Durchhänger, jedoch auch ohne markante Höhepunkte.
Knapp
4 von 10