Review

Wicked Vision präsentieren nun nach 3 Jahren Arbeit die erste Spielfilmlange Dokumentation über den "Master of Menace" Vincent Price. Neben kleinen TV-Specials aus dem Ausland oder im Sande verlaufenem Projekt von Tim Burton erblickt nun zum ersten Mal eine Doku das Licht der Welt, welche einem Schauspieler gerecht werden möchte der Wohl zusammen mit Namen wie Bela Lugosi, Boris Karloff, Lon Chaney, Christopher Lee usw. zur absoluten Speerspitze des Horros gehört. Das ganze inszeniert von Laurent Ohmansiek, der schon Turbine Medien und Wicked Vision Veröffentlichungen mit Interviews, Audiokommentaren und weiterem Material bereichert hat.

Während einem ein Intro in bester Scooby-Doo Optik (nicht ohne Grund; "Scooby-Doo and the 13 Ghosts") die vielen Rollen von Vincent Price noch einmal in das Gedächtnis ruft, ertönt auch das eigens komponierte Stück "Master of Menace" der Horror-Punker "The Other" und stimmt auf die Präsentation von über 50 Jahren Lebenswerk des Schauspielers ein.

Angefangen mit seiner Geburt in St. Louis, Missouri, wird sein Leben zwischen Schauspiel und Kunst ausführlich in Form von Fotos, Filmausschnitten und Interviews mit Personen die mit Vincent in Verbindung standen präsentiert. Zum Aufgebot der Dokumentation gehören sowohl Personen aus dem sehr engen Umfeld, wie seine Tochter Victoria Price, als auch Schauspielkollegen (u.A. Caroline Munro, "Das Schreckenskabinett des Dr Phibes"), Regisseure (u.A. Joe Dante, Mark Goldblatt, John Landis usw.), Musiker (Alice Cooper, Rob Zombie, Rod Usher) usw.

So wird fortan das Leben und Wirken von Vincent Price chronologisch nachgezeichnet. In Form von sachlichen Aussagen, von vor allem den Filmhistorikern, als auch persönlichen Geschichten diverser Interviewpartner. Viele kleine Anekdoten, viele lustige, viele informative und viele persönliche Geschichten werden mit dem Zuschauer geteilt. Das alles von so vielen Menschen die Price's Lebenswerk beeinflusst, berührt und geprägt hat. Auch wenn man den Schauspieler vor allem als Horrorschauspieler kennt, werden doch immer wieder sein Wirken als Kunstsammler, Theaterschauspieler, politischer Aktivist, Historiker, usw. thematisiert. Ein unglaubliches großes Feld gilt es also zu bearbeiten. So führt man den Zuschauer auch einmal weg von dem bekannten Bild des Filmstars und dringt tiefer in sein Leben ein, als es bisher durch die eher gängigen Publikationen gemacht wurde.

Am Ende hat man eine unglaubliche große Einsicht in das Leben dieser Ikone gewonnen. Sei man bereits halbwegs informiert oder habe man noch keine Berührungspunkte mit dem Schauspieler. Man schafft es also durchaus sein Lebenswerk in Spielfilmlänge zu präsentieren auch wenn hier und da Dinge auch nur angekratzt werden können (z.B. Kochbücher) und man nimmt sich in diesem Werk schon über 2 Stunden Zeit dafür, also das was im Rahmen eines Spielfilms möglich ist. Umfangreicher wäre das wohl nur als Miniserie möglich und mit hohem finanziellem Aufwand. Filmausschnitte machen auch nur einen kleinen Teil der Doku aus, geht es doch wirklich zu 99% um die Person und sein Schaffen. So bleibt das Projekt besser im zeitlichen Rahmen eines Dokumentarfilms und spätestens danach sollte jeder Zuschauer Lust haben sich wesentlich mehr als nur ein paar Filmschnipsel der Werke anzuschauen.

"The Vincent Price Legacy" bildet also die DAS Werk für Fans und solche die es noch werden wollen und sollte für lange Zeit das Non-Plus Ultra darstellen.






Details
Ähnliche Filme