Ein Rudel Jugendliche macht des Nachts in einem Einkaufszentrum Party. Dumm nur, dass die neuen, das Kaufhaus patroullierenden Roboter aufgrund einer Störung verrückt spielen und als Todesschwadronen Jagd auf die Kiddies machen…
„Kannst du wirklich damit umgehen?“
– „Ja, ich hab DIRTY HARRY 24-mal gesehen.“
Einkaufszentren dienten nach DAWN OF THE DEAD ja immer wieder gern als Schauplatz für Horrorfilme. So auch in CHOPPING MALL, einem der ersten Werke von Massenfilmer Jim Wynorski (RAPTOR, DEATHSTALKER 2, VAMPIR AUS DEM ALL, zuletzt: CAMEL SPIDERS). Mitte der 80er hatte man – neben: „Ihh! Fettige Pommes!“ – anscheinend keine anderen Sorgen, als dass Killerroboter die Weltherrschaft an sich reißen, weshalb auch eine ganze Flut von Filmen zu diesem Thema die Kinos umspülte, siehe z.B. DER TÖDLICHE FREUND, NUMMER 5 LEBT, angeführt natürlich von TERMINATOR und ROBOCOP.
CHOPPING MALL funktioniert nach den Regeln des Slashers. Die Amok laufenden Roboter schalten die Jugendlichen mit einem freundlichen „Thank You. Have A Nice Day!“ aus, ähnlich dem falsch programmierten ED-209 aus ROBOCOP, nur dass die rollenden Schrotthaufen hier, wie eben im Slasherfilm so üblich (oder auch nach dem Knecht Rupprecht-Prinzip), die frechsten und unartigsten Kindchen zuerst killen und sich die Braven und sexuell Enthaltsamen für den Schluss aufheben. Die Killermaschinen sind jedenfalls mit allen erdenklichen Gimmicks ausgestattet, sei es Laserkanonen, Knetgummikugeln und Metallfangarmen wie damals aus dem YPS-Heft. Sie rollen hinter den Jugendlichen her wie ferngesteuerte Staubsauger. Pistolenkugeln halten sie nicht auf, kurz mit dem Einkaufswagen dagegen fahren aber manchmal schon. Auf die Idee, die müden Blechhaufen einfach umzuschubsen, kommt niemand.
Die Kills sind kaum der Rede wert, bis auf einen platzenden Kopf, der aber nicht an den Headshot aus MANIAC oder die Szene aus SCANNERS heran kommt.
CHOPPING MALL bietet angenehm anspruchslose Unterhaltung. Besonders bezirzen dürfte den geneigten Filmfan, dass hier eine ganze Bandbreite an 80er-Jahre-Klischees auf einen einprasselt, seien es Yuppies, Nerds, Dauerwellen oder Hemd in der Hose.
Unter den Schauspielern finden sich einige bekannte Gesichter, wie z.B. Dick Miller (der Waffenshop-Besitzer in TERMINATOR), Gerit Graham (CHUCKY 2, SIDEKICKS, TERROR VISION), Paul Bartel (GREMLINS 2) und Barbara Crampton (RE-ANIMATOR, FROM BEYOND). „Tall Man“ Angus Scimm (DAS BÖSE 1-4) tritt in einer so verschwindend kleinen Nebenrolle auf, dass man ihn im Grunde gar nicht zu Gesicht bekommt.
„So, diesen Schweinen bereiten wir jetzt ein ‚Rambo-Gramm’!“ (keine Ahnung, was das bedeuten soll)
Fazit:
Spielzeugroboter-Version von ROBOCOP und nette Mischung aus EVOLVER und BLUTWEIHE.