Review

Diamant im Matsch

In "Mudbrick" kommt ein sehr westlich anmutender und sprechender Mann in sein osteuropäisches und ihm eher fremd, feindlich, abweisend gesinntes "Heimatdorf", wo scheinbar sein Vater gestorben ist, er ein altes Lehmziegelhaus geerbt hat und seltsamen, verstörenden Dingen und Traditionen der dortigen Anwohner gefährlich auf die Spuren kommt... 

A Serbian Mystery

Ein bisschen dick trägt "Mudbrick" schon auf. Immer ein Brummen, immer ein Schimmern, immer bedeutungsschwangere Blicke und eine alles durchziehende Dunkelheit. Das kann etwas viel sein, besonders für den finalen Output oder den Eindruck, wenn man sich dann einigermaßen den Überblick verschafft hat. Dadurch kann eine gewisse Aufgeblasenheit und Prätentiösität entstehen, sozusagen zu wenig Ergebnis für zu viel Andeutung. Ganz davon abgesehen, dass "Mudbrick" doch ein sehr beengter, persönlicher und serbischer Film ist, der noch dazu definitiv langsam läuft und absolut nicht auf mainstreamige Geisterbahnklischees sondern eindringliche, generationenumspannende Ungemütlichkeit und Traumata setzt. Mir hat "Mudbrick" dadurch gut gefallen. Klein, gemein, fein. Frische Gesichter. Rohe Energie. Laufzeit gut gekürzt. Speziell und exotisch. Mit exquisiter Kameraarbeit und intensiven Darstellungen. Wie gesagt, ob sich Aufwand und Andeutungen für jeden auszahlen, mag ich zu bezweifeln. Mich hat das Projekt aber durchgehend gefesselt und angespannt gehalten. Und besonders wenn man Connections zum Ostblock und seinen altertümlichen Ritualen und seiner bedrohlichen Vergangenheit hat, ist das ein erfrischend bissiges Teil.

MidSerbia

Fazit: äußerst atmosphärischer Folk-Horror-Alptraum zwischen Serbien und Vorhölle... Kurzweiliger und interessanter und audiovisuell kompetenter, effektiver als viele andere "Slowburner". Brütend, brodelnd, brauchbar. Mehr als das. Klasse Projekt, selbst wenn vieles im Vagen bleibt!

Details
Ähnliche Filme