Tief in der amerikanischen Provinz, in Tennessee, führt Patriarch Nathan Hayes (Claude Akins) ein puritanisches Leben, dem sich auch seine Patchwork-Familie unterwerfen muß. Zwischen ora et labora gibt es keinerlei Ablenkung, was besonders seinem halbwüchsigen Stiefsohn Zack (Wil Wheaton) sauer aufstößt, muß er sich doch von Nathans leiblichem Sohn Cyrus, einer fleischgewordenen Schweinebacke, ständig piesacken lassen. Eines Nachts beobachtet Zack wie ein Komet in der Nähe einschlägt - dieser Riesentennisball, den auch das nachbarliche Arzt-Ehepaar beobachtet, wird zunächst für einen harmlosen Felsbrocken gehalten, bis er sich kurze Zeit später in Flüssigkeit auflöst. Da in der Gegend aber auch diverse Grundstückspekulanten unterwegs sind, wollen die Zeugen des Kometen vorerst über dessen Existenz schweigen. Die in den Boden und damit das Grundwasser versickerte Flüssigkeit jedoch hat schnell gravierendste Auswirkungen auf Fauna, Flora und Menschen...
The Curse basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, weiß allerdings nie so recht ob er Horrorfilm oder Komödie sein will. Schon in der kurzen Eingangsszene verrät die bewaffnete Festnahme eines mit Gesichtsfurunkeln gesegneten jungen Mannes, der vergeblich seine Nachbarn zu warnen versucht ("Es ist im Wasser!"), worum es in diesem Film geht - um die völlig unterschätzten Auswirkungen einer offenbar virusartig verseuchten Flüssigkeit aus dem All. Erst danach erfolgt eine Charakterisierung der Familie Nathans und seiner unmittelbaren Umgebung, wobei sich diese sehr viel Zeit nimmt und mit teilweise viel (schwarzem) Humor das Bild eines kleinbürgerlichen bigotten Tyrannen zeichnet. Nicht viel besser weg kommt der allgegenwärtige Immobilien- und Kredithai in seinem Cabrio, der sich vor Hunden auf die Kühlerhaube flüchtet und nebenbei die farblich scheußlichsten Krawatten um seinen Hals zur Schau stellt - während seine gelangweilte Sekretärin im Büro raucht und sich die Zeit mit Fliegenklatschen vertreibt. Inmitten dieses Sammelsuriums schräger Gestalten erscheint Zack (neben dem Doktor-Nachbarn) als einzig normaler Darsteller, bleibt dem merkwürdigen Kometen gegenüber misstrauisch und erhält dafür entsprechend Screentime. Mehr als den halben Film dauert diese Komödie, bis dann das inzwischen verseuchte Wasser größere Auswirkungen verursacht - ab hier wird The Curse dann seiner Klassifizierung als Horrorfilm gerecht, denn verfaulte Kohlköpfe, von Maden zerfressene Äpfel und bei fast allen Proponenten auftretende Gesichtspusteln bestimmen ab jetzt das Bild.
Für diese - übrigens durchweg sehr gut - dargestellten Effekte in der Tradition italienischer Horrorfilme der 1970er/80er Jahre wurde reichlichst Latex, Kunstblut und gelblicher Schleim verwendet und die Kamera hält, wie aus diesen europäischen Filmen gewohnt, ziemlich lange und direkt drauf. In den Credits wird übrigens Lucio Fulci genannt, auch wenn er sich hier Louis Fulci schreibt ist sein Einfluß unverkennbar.
Leider vermögen diese für Genrefreunde interessanten Ekelszenen so gar nicht zu der bisherigen schwarzen Komödie zu passen, zumal die Darsteller (bis auf Zack) nicht nur die drohende Gefahr der veränderten Umwelt völlig verkennen, sondern (als größtes aller Logiklöcher) nicht einmal die unmittelbarsten Veränderungen wahrnehmen: So sitzt Zacks Mutter Frances plötzlich mit Eitelbeulen im Gesicht beim gemeinsamen Essen, aber niemandem scheint dies aufzufallen. Überhaupt werden diese deutlich sichtbaren Pickel kein einziges Mal thematisiert, was äußerst fragwürdig erscheint. Vergeblich auch die ganzen Charakterisierungen in der ersten Filmhälfte, denn sowohl der Liebhaber von Frances beispielsweise taucht nie mehr auf, und die lasziv gekleidete Arzt-Gattin, die ihren Mann wegen des Grundstücksverkaufs besonders gründlich verführen will, wird irgendwann sang- und klanglos von den verrückt-aggressiv gewordenen Hunden "erledigt". Diese und viele weitere Stränge enden im Nichts bzw. werden einfach nicht mehr weitergeführt. Am Ende versinkt das ganze Anwesen der Hayes im Boden, und wer diesem Chaos dann so gerade noch entrinnen kann, ist natürlich auch schon längst keine Überraschung mehr.
The Curse passt somit leider hinten und vorne nicht zusammen, ein etwa 6 bis 7-minütiger Zusammenschnitt der Goreszenen für den geneigten Horrofreund hätte vollauf genügt. So aber bleiben nur 3 Punkte für diesen merkwürdigen Zwitter.