Review

Whatcha Gonna Do When They Come For You?!

In „The Rip“, dem ersten größeren Netflixexklusivtitel des Jahres, findet eine bunte Einheit der Polizei von Miami eine unerwartet riesige Menge an (Schwarz-)Geld, die in der zwielichtigen Szene einer Nacht schnell die Runde macht und alle Beteiligten in schweres Misstrauen und noch schwerere Lebensgefahr bringt…

„The Rip“ versprüht harte Vibes noch besserer Copthriller („Bad Boys“, „The Town“, „Street Kings“, „Assault on Precinct 13“), hat jedoch auch genug Eigenes auf der hohen Kante für einen angespannt-guten Freitagabend vor dem Fernseher. Nicht nur Affleck und Damon haben die erwartbar tolle Chemie, der ganze Cast ist stark und sprüht fast durchgängig engagiert und charismatisch Funken. Sogar Scott Adkins ist dabei - nice! Das ist erstmal der Grundstock für den Erfolg und eine abgefuckt tolle Truppe. Der Rest kommt ein wenig von alleine. Miami glitzert, der Score brummt, die Anspannung steigt, die meisten Dialoge sind on point verfasst, die Story geht straight nach vorne, auch mal durch die ein oder andere Wand. Alles fühlt sich positiv wie ein Pulverfass an. Und für einen „Netflixer“ überstrapaziert es die Laufzeit nicht. Wer also nach Carnahans letztjährigem „Shadow Force“ Schlimmstes erwartet hat, wird erfreut feststellen, dass „The Rip“ zum Glück in einer ganz anderen filmischen Gewichtsklasse spielt. Das ist düster, reif, jederzeit ernst zu nehmen und eine runde, abgedunkelte Sache. Neu erfindet „The Rip“ sein Rad und Belagerungsszenario nicht - aber er lässt einen jederzeit im Glauben, dass er genau weiß, was er tut und das einzelne, sehr solide Teilchen fast alle am korrekten Platz sitzen und sich durch manch ein Sandkorn im Getriebe walzen… 

Fazit: Nach dem grottigen „Shadow Force“ letztes Jahr fängt Joe Carnahan sich deutlich und liefert mit „The Rip“ für Netflix und den Massengeschmack einen bleihaltigen und beinharten Copkrimi der konzentrierteren, konkreteren Sorte! 

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