Mal diabolisch nicht katholisch
Oft werden in letzter Zeit australische Grusler wie "Diabolic", genauso wie irische und kanadische, etwas abwertend als internationale Stangenware in seinem Genre abgetan. Ein Titel wie "Diabolic", der generischer kaum klingen könnte, trägt zudem wenig zur Neugier oder als Alleinstellungsmerkmal bei. Doch dieser "Diabolic" kann deutlich mehr als es die australischen Anzeichen erscheinen lassen wollen... Erzählt wird von einer scheinbar kranken, jungen Frau, die aus einer (real existierenden!) Sekte entkommen ist und unter bösen Aussetzern, Krankheitsmerkmalen, psychischen Störungen, Besessenheitsanzeichen leidet. Und ihre letzte Hoffnung könnte die Hilfe einer Hexe am Ort des Ursprungs ihrer "Krankheit" sein...
Sexuelle Repression und teuflische Intervention
Wenn man sich Titel, Poster, Trailer, Handlung, einzelne Charaktere oder gar ganze Dialogzeilen so anguckt, dann ist da bei "Diabolic" wenig Verlockung, das verstehe ich, das wiederhole ich. Allesgucker wie wir ziehen sich das trotzdem rein, aber auf dem Papier, weiß man nicht genau warum. Aber glaubt mir, und das wiederhole ich noch vehementer, "Diabolic" hat deutlich mehr Biss als seine theoretischen Milchzähnchen from Down Under andeuten. Spätestens ab der zweiten Hälfte kippt das Teil seine Stimmung und Klischees und wird ziemlich, ziemlich fies. Dann, wenn es drauf ankommt, zielt er genau auf die Gurgel und geht dahin, wo es weh tut. Und wenn ein Grusler auf einer Knallnote endet, macht das immer Eindruck und lässt ein gutes/böses Gefühl zurück, dass er sich gelohnt und seine Mittel gekonnt genutzt hat. Bis dahin braucht man etwas Geduld. Bis dahin kommt doch manch ein Klischee nicht zu kurz. Bis dahin verhält sich manch eine Figur auch mal dumm und irrational. Aber wie gesagt, dann wird sich äußerst garstig und gallig aus dem Morast an Gruseldurchschnitt herauskatapultiert... Und den durchgehend beunruhigenden Gänsehautscore will ich nochmal besonders hervorheben.
Fazit: Grundsolider, hochwertiger und teils echt gruseliger Okkulthorror bei dem sich das Warten auszahlt. Klar, paar Klischees und Egalitäten sind dabei. Aber er zieht doch deutlich an im Verlauf. Das letzte Drittel lässt einen null von der Anspannungsangel. Kann mehr als der austauschbare Titel "verspricht"!