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Gegensätze ziehen sich an und dies gilt insbesondere für Buddy-Cop-Komödien, in denen sich die Guten und Bösen gegenseitig ergänzen. Storytechnisch hat sich Regiedebütant Michael Diliberti ein wenig zuviel vorgenommen, um die Mischung aus Comedy und Krimi dauerhaft unterhaltsam zu gestalten.

Rund 2500 Einwohner zählt das Kaff Colt Stone in Tennessee, in dem Sheriff Sam eher belächelt wird. Als es zu einem Mord im Drogenmilieu kommt, erhält der überforderte Polizist Unterstützung vom Bundespolizisten Bobby, der eine knallharte Herangehensweise bevorzugt…

Mit der Konzentration auf einige Kleinstadtklischees macht der Stoff zunächst vieles richtig. Die Schauplätze wirken bewusst trostlos und verwaist, oft ranzig und heruntergekommen und selbst im hiesigen Diner muss man nach dem Genuss von Kaffee mindestens mit Unwohlsein rechnen. Dennoch betrachtet Sam dieses Nest als seine Heimat und anbei will er seinen verstorbenen Dad, natürlich ebenfalls Cop positive Vibes hinauf schicken.

Den genretypischen Kontrast bildet letztlich der harte Hund in Form von Bobby, der sich gerne mal über das Protokoll hinwegsetzt und bei vermeintlichen Bagatellen kurzfristig austeilt. Reibereien sind natürlich vorprogrammiert, zumal Bobby sogleich die Anerkennung einiger Einheimischer erhält. Um dies ein wenig auszugleichen, wird Sam noch eine verflossene Liebe zugestanden, welche just zur Zeit jenes Mordes wieder im Ort ist.

Leider zündet der Humor nicht immer und obgleich die Chemie zwischen den Figuren stimmt, verpuffen einige der hohlen Phrasen. Gleichermaßen gerät der eigentliche Fall rund um ein Meth-Labor arg in den Hintergrund und scheint nur sporadisch eingebunden zu sein. Tatsächliche Ermittlungsarbeit ist kaum auszumachen und selbst bei provisorischen Überwachungen scheinen einige Fakten mal so eben aus dem Ärmel gezaubert, - obgleich der Stoff angeblich auf wahren Fakten basieren soll.

Entsprechend wirkt der Showdown mit einer erwartbaren Enthüllung auch eher banal, so dass den finalen Minuten kaum eine Überraschung mitschwingt. Immerhin appelliert er noch einmal an Werte wie Loyalität und Vergebung, was ihn zumindest mit einem positiven Gefühl enden lässt.

Handwerklich ist dem Debüt noch nicht einmal viel anzukreiden, da einige Szenenübergänge auffallend schick ausgefallen sind und Bezüge auf einen Western mit etwas Staub und Weitwinkel durchaus sitzen. Während darstellerisch ebenfalls solide performt wird, krankt die Mixtur am mangelnden Thrill, nahezu ausbleibender Action und der Tatsache, dass der Humor nur selten über leichte Auflockerungen hinauskommt.
5 von 10

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