Ein Meisterstück!!
Bis zuletzt weiß der Zuschauer nicht, was real ist und was dem subjektiven Blick des Protagonisten entspringt. Sind wir Zeugen eines unglaublichen und mörderischen Komplotts - oder begleiten wir den Schriftsteller Gerard Reve (Jeroen Krabbe) auf seinem Weg in den Wahnsinn, ins Delir?
DER VIERTE MANN, Paul Verhoevens letzter niederländischer Film, nimmt in vielem seinen 9 Jahre später in Hollywood entstandenen Thriller BASIC INSTINCT vorweg. Hier wie dort spielt eine geheimnisvolle Frau eine wichtige Rolle, sehen wir einen Protagonisten, dem die Verführbarkeit fast zum Verhängnis wird, und sind die Themen Sucht (Gerards Alkoholabusus - ein möglicher Zugang zu dem Film - und Nicks Nikotinsucht) und Homosexualität zentraler Bestandteil der Handlung.
Ich will das alles nicht deuten oder analysieren. DER VIERTE MANN braucht m.E. keine Analyse, weil er auf einer anderen als auf der rein kognitiven Ebene wirkt.
Mir gefällt der Film, weil er verspielt ist, ironisch, sureal, mit einem bestens aufgelegten Jeroen Krabbe, mit innovativer Kameraführung, teilweise derben, überdrehten Effekten und Szenarien, Situationen, weil er nicht eindeutig ist, sondern rätselhaft bleibt, grotesk, stellenweise wie ein böser Scherz anmutet, wie eine Posse - mit einem Wort: ein durchweg erfrischender und kreativer Film, der Paul Verhoeven in Bestform zeigt.
Sehr empfehlenswert.