Review

„Unter Wasser rund um die Welt“ klingt doch nach einem richtigen knorken Abenteuerfilm Marke Jules Verne, mit reichlich Trickeffekten und Schauwerten deluxe.
Leider kommt die Produktion, die geradezu inflationär im Nachmittagsprogramm sämtlicher Sender verramscht wird, dann doch als relativ biederes Spektakel auf akzeptablen TV-Niveau daher.

Held vom Ganzen im nassen Element ist, bzw. war, Lloyd Bridges, der ja schon als Mike Nelson mit „Abenteuer unter Wasser“ sich in die TV-Geschichtsbücher eingetragen hatte und hier als kerniger Taucher erneut dauerhaft in Shorts rumlaufen darf, während er und seine mühsam zusammengesuchte Crew Seebebenfrühwarnsensoren über den gesamten Erdball verteilen.

Die Story ist von der Stange, erstmal müssen sich die großen Experten finden bzw. überzeugt werden, wobei Shirley Eaton, das „golden girl“ aus „Goldfinger“ öfter mal ihre Beine zeigen darf, während sie unter Schreibtischen ewig lang nach entlaufenen Meerschweinchen sucht. Mit im Team ist David McCallum alias „U.N.C.L.E.s“ Ilya Kuryakin, der natürlich einem Schatz auf der Spur ist. Das alles wird relativ gemäßigt zusammengesucht, jenseits aller Megalomanie eines heutigen „Armageddon“ und mit lustigen Lehrfilmen, die den Vizepräsidenten davon überzeugen müssen, daß den Japsen gegen Tsunamis mal geholfen werden müßte.

Die Fahrt selbst ist dann eine Mischung aus hausgemacht harmlosen Konflikten und den Wundern des Meeres, sowie kleineren Schwierigkeiten – in Erinnerung blieb allen Kindern der Welt sicherlich nur die Sequenz, in der ein Mitglied beim Tauchgang von einer monströsen Muräne angegriffen wird, die locker 15 Meter hat. Leider enttäuschen die Tricks diesseits des 13.Lebensjahres endlos, das Vieh lediglich mühsam vergrößert gegen ein billiges U-Boot-Modell in einem blassen Aquarium anspielend.

Auch die finale Rettungsaktion aus einer Region mit sehr aktiven Unterwasservulkanen ist bestenfalls Mittelstufe, die fein beleuchte Blubberzone sorgt für ordentlich Heiterkeit allerorten, nur der Notausstieg bzw. Auftrieb am Ende hat noch so seine Meriten, aber da sind die Tauchgesetze der Physik sowieso schon samt und sonders durch den Ofen. Aber was soll man von einem Film halten, dessen bedeutenster Wissenschaftler in einer schlampig eingerichteten 10qm-Unterwasserstation in 100m Tiefe arbeitet und Kaninchen Kiemen angezüchtet hat. Man muß nur Visionen haben...

Harmlos für die Kinderstunde, für die Erwachsenen erstaunlich, wofür in den 60ern so alles Kohle verpulvert wurde. (4/10)

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