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Nachdem der erste Teil von „Wrongful Death“ (2023) auf den späten Zug von „Saw“ aufsprang und eine Prämisse auf engem Raum präsentierte, leistet Regisseur Vjekoslav Katusin mit seiner Fortsetzung einen Offenbarungseid: Sobald die Handlung ein wenig komplexer wird, scheint er in allen Belangen hoffnungslos überfordert.

Der ehemalige Cop Bruce wird von einer Senatorenfrau engagiert, die Killer ihrer Tochter aufzuspüren und ihr auf dem Silbertablett zu präsentieren. Spuren führen ihn nach Rom und München und als er auf den ominösen Dr. Moore trifft, scheint dies nur die Spitze einer Verschwörung des Bösen zu sein…

Mal abgesehen vom verstorbenen Tom Sizemore in Flashbacks des Originals befinden sich einige namhafte Mimen an Bord, welche zumindest im B bis C-Bereich leicht aufhorchen lassen. Costas Mandylor ist als Leiter einer Heilanstalt unterwegs und verkauft sich noch einigermaßen tauglich und auch Michael Paré scheint ein wenig aus seinem langjährigen Winterschlaf erwacht. Während Eric Roberts als trauernder Senator nur zwei peinlich anmutende Heulszenen absolviert, erhält Bai Ling als nymphoman veranlagte Partnerin des Helden die Aufgabe, das Nervpotenzial während ihrer kurzen Halbnackteinsätze auf ein Maximum zu treiben.

Die vermeintliche Handlung dazwischen könnte indes kaum amateurhafter ausfallen. Der Ermittler sucht ein paar Insider auf, was nahezu grundlegend in karger Umgebung stattfindet und noch nicht einmal Aufschluss auf das jeweilige Land gibt. Die zähen und oft banalen Dialoge fördern jedoch kaum Fakten zutage, manchmal werden Zeugen befragt, die irgendwelchen unzusammenhängenden Blödsinn stammeln, der am Verstand des Drehbuchautors zweifeln lässt. Eine klare Linie ist bereits nach kurzer Zeit kaum noch auszumachen.

Es scheint, als habe Katusin lediglich Fragmente des Originals mit einigen Erweiterungen vermengt, um dies wie eine Fortsetzung aussehen zu lassen. Entsprechend häufig greift er auf Flashbacks zurück, bastelt dazwischen unwichtige Szenen mit halbnackten Frauen ein, um tatsächlich auch mal auf seltene Gewalteinlagen anzuspringen, welche immerhin praktischer Natur sind. Doch auch Kehlenschnitte, abgetrennte Brustwarzen und ein heraus gehebelter Kopf täuschen nicht darüber hinweg, dass das Böse zu keiner Zeit eine konkrete Gestalt annimmt und schon von daher kein Schreckenspotenzial vorhanden ist. Und wir sprechen hier nicht vom Regisseur selbst, der in einer Gastrolle in der Figur eines gewissen Lou Cefair in eine unübersehbare Richtung lenken will.

Das dilettantische Unterfangen ist letztlich auf 115 Minuten aufgebläht, doch auch als Kurzfilm hätte der Stoff gnadenlos versagt. Wenn sich ausschließlich amateurhafte Takes aneinander reihen, kaum eine Handlung zu erkennen ist und das Interesse bereits nach einem Drittel der Laufzeit gegen Null tendiert, sollte gegebenenfalls die Notbremse gezogen werden.
Da retten zwei minimale Twists gegen Finale und eine müde in Szene gesetzte Rauferei kurz davor nichts mehr, woraufhin man bitte von weiteren Fortsetzungen absehen möge.
1,5 von 10 

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