Manchmal wird es für einen Schauspieler notwendig, neue und vielleicht auch riskante Wege einzuschlagen, um sich von einem bestimmten Image zu lösen. So ist etwa Jason Biggs für viele immer noch der Typ aus „American Pie“, von dem man danach kaum etwas wahrnahm. Um dem entgegenzuwirken, tritt er erstmalig als Regisseur in Erscheinung und versucht sich an einer schwarzen Komödie.
Kevin (Biggs) will unbedingt die Ehe mit Suzie (Meaghan Rath) retten, die bereits nach einem Jahr auf wackeligen Beinen steht. Dafür plant er ein Wochenende in einem Ferienhaus und engagiert einen befreundeten Schauspielkollegen, der das Paar überfallen soll, so dass Kevin am Ende als Held dasteht. Doch er kommt zu spät zum Tatort und sein Kumpel wurde in Notwehr getötet…
Titel und Prämisse versprechen viel und es ist eine enorme Gratwanderung, zwischen Romanze, Komödie und Thriller den richtigen Ton zu finden. Dies gelingt im ersten Drittel mehrheitlich ganz gut, wenn der Plan aufgrund von Missverständnissen bereits im Vorfeld zu scheitern droht und einige Situationskomik zu sympathischen Momenten führt. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, doch es treten bereits einige recht ernste Themen zutage, welche dem Stoff immer mal wieder seine Leichtigkeit entziehen.
Dies wird umso deutlicher, als es nach dem verpatzen Überfall eigentlich zu schwarzhumorigen Turbulenzen kommen sollte, doch stattdessen längere Sequenzen dominieren, welche ernste und beinahe traumatische Hintergründe einfließen lassen. Dabei bleibt das Ensemble an Figuren überschaubar und obgleich im finalen Akt noch zwei Antagonisten aus dem Hut gezaubert werden, sind zwei, drei Individuen ausschließlich als Stichwortgeber tragischer Hintergründe zuständig. Ein überforderter Kevin wirkt innerhalb solcher Momente oft beinahe etwas deplatziert.
Umso erfreulicher, dass sich der Stoff nach einige kleinen Twists zum Finale wieder auf das Wesentliche, nämlich dem Zusammenspiel der Figuren konzentriert und seinen schwarzhumorigen Faden in Form einiger Gewalteinlagen erneut aufnimmt. Überraschungen sind zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr zu erwarten, doch der windige Showdown kaschiert jene Mankos. Bezeichnend ist allerdings, dass der Score den anvisierten Tonfall diverser Stimmungen deutlich effizienter trifft, als die eigentliche Erzählung.
Letztlich sind humorige Höhepunkte wie die Aneinanderreihung überdrehter Werbeclips eher selten, doch so richtig spannend gerät das Treiben anderweitig auch nicht. Trotz nuancierter Darstellungen und unauffälligem Handwerk bleibt der Stoff in vielen Belangen zu zurückhaltend, hat Mühe die tonale Balance zu halten und liefert trotz der überschaubaren Laufzeit von 85 Minuten nur bedingt Kurzweil.
5,5 von 10