Hollywood hat seine eigenen Regeln und ein Brendan Fraser kann darüber sicher einiges berichten. Vom Nachwuchs-Komödianten zum neuen Indiana Jones, zum Niemand. Wiederentdeckt, dieser liebenswerte Moppel mit den traurigen Augen passt dann doch sehr gut ins vermarktungsfähige Konzept. Das richtige Stichwort, Genre: reißbrettgeschaffene Herzschmerz-Filme. Funktioniert hier, ohne Frage, aber nur solange man sich nicht genauer reindenkt. Habe ich jedoch leider. Das Thema ist voller emotionalem Sprengstoff, wird aber eher oberflächlich gestreift bzw. nur so dargestellt, dass der Wohlfühl-Faktor noch funktioniert. Es gibt kritische Untertöne, aber dass diese hinsichtlich japanischer Kultur ausgerechnet von einem Amerikaner kommen, also alles andere als die Krone der Schöpfung, stößt doch arg auf. Aber das ist wohl die typische Überheblichkeit dieser Rüpel. Die große Frage ist also, warum eine japanische Regisseurin den auf ihre Kultur bezogenen gesellschaftskritischen Unterton gerade durch jemanden ausformuliert, der statt Worten tendenziell eher ein Schwert, besser gesagt zwei Atombomben, benutzt. Marketing vermutlich, Märkte erreichen, möglicherweise auch aufdiktiert. Fraser ist sicherlich eher einer von den Guten, aber der Beigeschmack ist schwer verdaulich.