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Kommt ein Alien zum Arzt...
Mr. Johnson, ein Außerirdischer in Menschengestalt, gekleidet wie ein Versicherungsvertreter, mischt sich unters amerikanische Volk. Der erste Weg nach seiner Landung führt ihn in die Praxis von Dr. Rochelle, von dem er eine Bluttransfusion fordert. Sich erst verweigernd, wird flugs das Gehirn des Quacksalbers gewaschen, wonach dem Besucher eine Krankenschwester (Traci Lords) zur persönlichen Pflege und täglichen Infusion von Frischblut nach Hause abkommentiert wird...

VAMPIR AUS DEM ALL ist das 80er-Jahre-Remake des Roger-Corman-Films GESANDTER DES GRAUENS, einem schnöden 50er-Jahre-Schwarzweiß-Grusler. Von der damaligen Thematik um Spionage und Kalter Krieg ist in der Neuauflage natürlich nichts mehr zu spüren. Dafür hüpfen uns hier bereits in Minute Eins die ersten nackten Hupen entgegen. Selten so verarscht worden von einem Streifen. So macht der Vorspann mit FX trächtigen Szenen heiß, die im Film gar nicht vorkommen. Apropos "heiß machen": Sexy Hexi Traci Lords (NEW WAVE HOOKERS, HOLLYWOOD HEARTBREAKERS) ist mit von der Partie. VAMPIR AUS DEM ALL stellt den ersten Gehversuch des blonden Pornostars nach ihrem Ausstieg aus der Branche mit Anfang 20 (!) dar. Ihre Rolle der scharfen Krankenschwester nimmt glücklicherweise viel Raum ein. Und tatsächlich hat die Ruckeltante schauspielerisch schon einiges auf dem Kasten: sie zeigt sich wahlweise im Badeanzug oder im Eva-Kostüm. Eine Sexszene, in der Traci in Zeitlupe die wasserstoffblonde Mähne wedelt, darf dabei natürlich nicht fehlen. Ihr Gegenspieler ist das humanoide Alien Mr. Johnson. Dieses trägt Nadelstreifenanzug und Sonnenbrille, worunter es seine weißen Hypnose-Augen versteckt, mit denen es blaue Blitze schießt und armen Menschlein das Lebenslicht auspustet. Zu seinen Opfern zählen Staubsaugervertreter und Prostituierte. Der Boss des Weltenwandlers, der aussieht wie eine Mischung aus Wrestler und Starfriseur, kommt regelmäßig durch ein Portal zu Besuch, das bei Johnson zuhause im Schrank steht. Es macht alles so wenig Sinn. Und leider auch alles andere als Spaß. Ergo: Ein überaus zähes Unterfangen vom Regisseur von PIRANHACONDA, CHEERLEADER MASSACRE und CHOPPING MALL.

Fazit:
Traci Lords als einsames Highlight reicht leider nicht aus.

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