Wenn dem Titel ein „Rache sitzt tief“ angehängt wird, kann das im Zuge eines scheinbar routinierten Einbruchs bereits deutlich zuviel vorweg nehmen. Regisseur Kevin Lewis liefert anfangs ein wenig Home Invasion im überschaubaren Rahmen, doch den daraus folgenden Enthüllungen fehlt es definitiv an Tiefe.
Es sollte der letzte große Coup für Sara (Olga Kurylenko) und Jason (Oliver Trevena) werden: Ein Einbruch in der Villa des Strafverteidigers David (Frank Grillo). Doch der kommt früher als erwartet nach Hause, riecht den Braten, kann jedoch überwältigt werden. Doch handelt es sich hier tatsächlich nur um einen schlichten Raub?...
Hauptsächlich hat man es mit einem Figurendreieck zu tun, bei dem sich stets die Machtverhältnisse und Loyalitäten ein wenig verschieben. Das hält ihn in der zweiten Hälfte einigermaßen am laufen. Während anfangs noch ein kleines Katz - und Maus-Spiel angezettelt wird und die Villa mit viel Glas, Marmor und einigen Reflektionen leichte Unsicherheiten der Beteiligten verstärken, lässt die titelgebende Irreführung im Weiteren nicht mehr viele Möglichkeiten etwaiger Motivationen zu.
Stichwort Rache. Es gibt also eine irgendwie geartete, persönliche Verbindung und ein entsprechendes Motiv. Doch die darauf folgenden Ausführungen beinhalten entweder keine Planung oder erfolgen impulsiv und undurchdacht. Wie glaubhaft wäre wohl ein Selbstmord, wenn der Safe leer und das Sicherheitssystem ausgeschaltet ist? Wie passen Druckstellen durch Handfesseln dazu? Zudem gestalten sich einige Finten so offensichtlich, dass die Absichten dahinter meilenweit zu riechen sind.
Ergo müsste der Stoff vermehrt auf Konfliktpotenzial setzen, was leider weitgehend ausbleibt und eher zu rund und konstruiert abläuft. Es mangelt schlicht an Dringlichkeit und Intensität und selbst als noch zwei Randfiguren mitmischen, wird der Spannungsgehalt kaum erhöht.
Lewis kann sich einzig und allein auf seine drei durchaus präsenten Mimen verlassen, die allerdings mit wenig Material hantieren müssen. Auch der Score bleibt weitgehend minimalistisch, bis auf den nicht wirklich passenden Einsatz einiger Songs gegen Finale.
Und so steuert das Kammerspiel auf ein beinahe schon banalen und komplett erahnbar ablaufenden Showdown zu, welcher ebenfalls nur leidlich spannend ausfällt. Einige nachfolgende Füllszenen und der Abspann nach bereits 84 Minuten befeuern die Annahme, dass hier schlicht das Potenzial fehlte, um daraus einen mitreißenden Thriller zu gestalten, der über inhaltliche Oberflächlichkeit und angestaubt anmutende Genrekonventionen hinauskommt.
4 von 10