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Der 214 Minuten lange Film von Aditya Dhar ist nicht nur einer der längsten Bollywoodfilme aller Zeiten. Es ist der erste Teil des wahrscheinlich allerlängsten Bollywoodfilms aller Zeiten. Die episch angelegte Saga um mafiöse und terroristische Machenschaften in Pakistan und Indien ist außerdem einer der erfolgreichsten Filme Indiens. 

Die Handlung ist simpel, das Figurengeflecht ist komplex: Hamza Ali Mazari wird von der indischen Staatssicherheit in die Unterwelt von Karachi eingeschleust, um Indien mit Insiderinformationen zu terroristischen Aktivitäten zu versorgen. Hamza gerät in Kreise, die auch maßgeblichen Einfluss auf die Politik Pakistans haben und sein Gangboss lässt sich schließlich auch auf Geschäfte mit dem pakistanischen Geheimdienst ein. Etwa alle 20 Minuten wird eine neue zentrale Figur eingeführt, die eigene Machtabsichten verfolgt und es fällt mit zunehmender Laufzeit immer schwieriger, die Übersicht zu behalten, da auch die Loyalitäten der Protagonisten wechseln. Letztlich ist jede (männliche) Figur entweder von Macht oder von Rache motiviert. 

Eingebettet in diese fiktionale Geschichte sind reale Geschehnisse: Die Flugzeugentführung von 1999, bei der zahlreiche Menschen ums Leben kamen und schließlich drei politische Gefangene freigehandelt wurden, der Angriff auf das indische Parlament 2001 sowie das Massaker von Mumbai 2008 (siehe auch HOTEL MUMBAI). 

Ein ultrabrutales Actionbrett wie zuletzt bei KILL oder MARCO sollte man nicht erwarten. Es gibt zwar eine Handvoll sehr brutaler Szenen und ein wenig (recht unspektakulär inszenierte) Action, doch auf die Laufzeit von mehr als dreieinhalb Stunden verteilt, bestimmen diese Elemente nicht den Film. Die Absicht war wohl vielmehr ein ernsthaftes Gangster- und Spionagedrama, dazu sind jedoch die Figuren und ihre Inszenierung viel zu plakativ und klischeehaft geraten und auf die gefühlt ewige Dauer des Films ermüden auch die Spannungselemente sowie die viel zu langen Kampfszenen im Finale. 

Fazit: zu lang und für einen saftigen Actiontrash, zu unseriös für ein ernstzunehmendes Epos. Hätte zusammen mit dem zweiten Teil eine solide Miniserie abgegeben.

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