Review

Teeny-Komödien gab es in letzter Zeit ja viele, doch The Girl Next Door kam bei den Kritikern erstaunlich gut weg, merkwürdig, wenn man sich den Plot durchliest. Nach Begutachtung des Films muss man allerdings feststellen, dass der Film nicht ganz inhaltsgetreu vermarktet wurde und im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen jederzeit ein gewisses Niveau wahrt. Dadurch hebt er sich doch deutlich auf der Masse an Genreware ab und ist wirklich sehenswert.

Matthew Kidman steht kurz vor seinem Schulabschluss, ist ein Außenseiter an der High School, weniger weil er typische Freakig aussieht wie seine beiden besten Kumpels, sondern eher, weil er stetig auf seine zukünftige Karriere zuarbeitet. Da zieht in die Nachbarwohnung die gleichaltrige und absolut hammermäßig aussehende Danielle ein. Die beiden kommen sich näher, dann kommt raus das die beste bisher ihr Geld als Pornodarstellerin verdient hat und schon steht der ehemalige Produzent auf der Matte, der Danielle wieder vor die Kamera bringen will. Matthew versucht sie zurückzuholen und Danielle muss sich für eine Zukunft entscheiden…

The Girl Next Door kann sich trotz der potenziellen Möglichkeiten, welche der Plot bieten würde, beherrschen, nicht in die für das Genre üblichen Fäkal, Kotz und Saufniveaulosigkeiten abzudriften. Slapstick ist nur sehr selten zu sehen, der Film setzt viel mehr auf Situationskomik, welche auch sehr gut funktioniert, da sie nicht so maßlos überzogen ist, wie zum Beispiel in American Wedding. Klar, viele der Gags hat man schon mal irgendwo gesehen, und es fehlen auch echte Brüller, dafür ist der Film fast über die gesamte Spieldauer komisch und lässt Kalauer Fehlzündungen komplett vermissen. Was etwas enttäuscht ist die Tatsache, dass es recht wenige Anspielungen auf die in Amerika vorherrschende Prüderie gibt. Der Humor bleibt zahm und die Romanze hat klar Vorrang. Andererseits muss am aber anerkennen, wie locker der Film mit dem Thema Pornographie umgeht, keine negativen Urteile, keine „Ich brauchte das Geld“ Argumentationen, alles recht lebensecht und glaubwürdig in die Story eingebaut. Ja der Film hat ein Happy End, aber warum muss das immer gleich schlecht und unrealistisch sein, die Auflösung des Plots ist erstaunlich frisch und unvorhersehbar, im Gegensatz zu vielen anderen Wendungen des Films.

Ein nicht unwesentlichen Anteil am Gelingen des Films haben die Darsteller, obwohl ihre Rollen nicht gerade klischeefrei sind, stimmen die darstellerischen Leistungen, so dass man dem Film die Charaktere abkauft, zumindest für die Spieldauer. Elisha Cuthbert ist eine wahre Augenweide und bekommt auch reichlich Gelegenheit sich in knappen Fummeln vor der Kamera zu räkeln. Emile Hirsch macht auch einen klasse Job und meistert die peinlichen Situationen vom Stripclubbesuch bis zur Rede vor der Lehrerschaft im Ecstasy Rausch, richtig überzeugend. Besonders lobend erwähnen muss man auch Timothy Olyphant als Porno Produzent, dieser taucht zwar erst nach einer dreiviertel Stunde im Film auf, dominiert dann aber locker alle Szenen an denen er beteiligt ist. Wie gesagt, die Story ist nicht gerade klischeefrei, aber die Chemie zwischen Cuthbert und Hirsch stimmt, so dass man als Zuschauer die Romanze trotzdem kauft.

Fazit: Wer bei The Girl Next Door eine Komödie im Stile der American Pie Filme erwartet, könnte enttäuscht werden, der Film geht eher in die Romantik-Richtung ala Loser oder Eine wie keine. Was dem Streifen an Innovation und Originalität fehlt, macht er locker durch eine gehörige Portion Charme und gut gespielte, sowie glaubwürdige Charaktere wieder wett, zudem ist er handwerklich sehr sauber gemacht. The Girl Next Door erfindet das Rad nicht neu, bietet aber 100 Minuten erstklassige Unterhaltung, empfehlenswert.

Details
Ähnliche Filme