Matthew (Emile Hirsch) führt ein relativ langweiliges Teenagerleben. Das einzig Wichtige für ihn ist das Erreichen seines Stupendiums, um später Politiker zu werden. Dafür muss er sich gegen eine Reihe von Konkurrenten durchsetzen...und seine Chancen stehen nicht schlecht. Doch eines Tages zieht nebenan die schöne Danielle (Elisha Cuthbert) ein, in die er sich sofort verliebt und mit der er eine Beziehung beginnt. Schnell gerät sein geordnetes Leben aus den Fugen. Als einer seiner besten Freunde später herausfindet, dass Danielle ein Pornostar ist, wird die Beziehung zwischen ihr und Matthew auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Und als ob dies noch nicht genug wäre, schaut auch noch Danielles alter Produzent rein und macht Trouble...
Zugpferd für diese sexy Teenagerkomödie ist Jungstar Elisha Cuthbert, die schon für Filme und Serien wie "Old School" oder "24" vor der Kamera stand. Tatsächlich läßt der Streifen keine Gelegenheit aus, um die schöne Blonde halbnackt zu präsentieren, was jedem dank ausreichender Promotion und Trailerflut inzwischen bekannt sein sollte. Dazu gibt der relativ unbekannte Regisseur Luke Greenfield ein paar echte Erotikstars (Sung Hi Lee sei da unter anderem zu nennen), und schon kann's abgehen mit der pubertären Blödelromanze. Was sich allerdings wirklich hinter dem polierten Äußeren befindet, ist enttäuschend.
Zwar ist "The Girl Next Door" mit seiner Idee relativ frisch und die Darsteller sympathisch, aber der Film weiß sich einfach nicht von der Masse abzusetzen. So wird eine Story präsentiert, die -für das Genre beinahe schon obligatorisch- nur so in Klischees schwimmt. Der Plot ist leider viel zu vorherrsehbar...nur das Finale kann da etwas trumpfen - das läuft ausnahmsweise mal nicht so wie vorher erwartet ab. Der Rest des Streifens ist altbacken, die Storyelemente recycled und die Gags mächtig ausgelutscht. Immer wieder werden die altbekannten 08/15-Witzchen ausgepackt, die höchstens ab und zu etwas zum Schmunzeln aufmuntern, mehr aber leider nicht. Obwohl es ursprünglich so vom Drehbuchautor geplant war, dürfte man eigentlich während des Films nie so richtig brüllen vor Lachen. Wer Werke wie "American Pie" kennt, dürfte mit den Gags weitaus bekannt sein...nur die Variation ist eben anders. Die Güteklasse diverser Kassenschlager des Genres wird dennoch hier nie erreicht. Was bleibt ist somit ein fades Konstrukt billiger Witzchen, die nie richtig zünden und auch nicht besonders originell rüberkommen. Gleiches gilt für die Story im Allgemeinen, denn die einzelnen Plotelemente wirken alle, als ob sie aus anderen Teeniekomödien zusammengeklaut wurden. Kurz um: das Drehbuch ist einfach nur langweilig und aus der zugegeben lustigen Ausgangssituation (das Mädchen von nebenan als Pornostar) ist so gut wie nichts gemacht worden.
Wenn wir schon von Klischees sprechen, sollten wir die Charaktere des Films nicht vergessen. Die Typen und Girls aus der Pornobranche sind natürlich alle sexgeil...auch im Privatleben. Pornodarstellerinnen sind sowieso alle lesbisch und blonde Sexkaliber à la Brianna Banks stehen auf pickelige High School Boys. Die Hauptfiguren, also Matthew und seine beiden Freunde, werden wie immer als die üblichen Versager hingestellt, die am Ende das ganz große Los ziehen...gähn. Elisha Cuthbert ist eigentlich nur im Cast, um schön auszusehen und ab und zu alles abzublättern. Sieht echt super aus, der Film wird dadurch aber auch nicht wirklich besser. Allein Timothy Olyphant als Pornoproduzent ist in seiner Rolle recht komisch und sorgt zumindest für einige Lacher.
Was der Höhepunkt dieses pubertären Gewaltaktes hätte sein können, wurde durch billige Standardphrasen verspielt. Die wenigen und kurzweiligen Momente der Romantik und des Gefühls sind so banal und ordinär, dass sie keinerlei Ausstrahlung besitzen. Traurig verpufft dann auch der letzte Hoffnungsschimmer im Nichts. Dabei lernt man doch auf der Schreiberschule genau diese hohlen Luftikussätze zu vermeiden...vorausgesetzt man verpennt den Unterricht nicht.
Traurig aber wahr: was zuerst so vielversprechend rüberkam, entpuppt sich als harmlose Fehlzündung. Die Grundidee mag noch so toll sein, aber dem Film kränkelt es leider an einem originellen und ordentlichen Drehbuch mit brauchbaren Witzen. Die vermeindliche Superkomödie verpufft als nicht zufriedenstellende Peepshow für Elisha Cuthbert Fans. Einige Überlängen hätte man bei dem Streifen genauso vermeiden sollen, wie das armseelige Abkupfern von vergangenen Kassenschlagern. "The Girl Next Door" sei deshalb nur wahren Genrefans empfohlen und ist eigentlich nur für den feuchtfröhlichen Saufabend unter Freunden zu gebrauchen. Hier wird leider kaum gehalten, was ursprünglich versprochen wurde - deshalb allerhöchstens Mittelmaß.