Während einer romantischen Bootsfahrt durch die Grachten von Amsterdam fällt ein amerikanisches Touristen-Pärchen einem unheimlichen Mörder zum Opfer, der die Leichen am nächsten Tag maximal publikumswirksam öffentlich in Flammen aufgehen lässt. Als dann kurz darauf auch noch der Bootsführer in Einzelteilen aus irgendeinem Kanal gefischt wird, erinnert sich der Vorgesetzte der in der Angelegenheit ermittelnden Polizistin Tara Lee an eine ganz ähnliche Mord-Serie aus den späten 80ern, als schonmal ein durchgedrehter Taucher die Stadt unsicher gemacht hatte (siehe "Verfluchtes Amsterdam") und holt den nun im Ruhestand befindlichen Ex-Cop Eric Visser, der den damaligen Psychopathen Dingfest machen konnte, zur Unterstützung herbei. Doch - oh je! - ein durch die Tochter des vermeintlichen Täters angestrebter DNA-Abgleich hat nach über 30 Jahren zum Ergebnis, dass dieser doch tatsächlich unschuldig gewesen ist! Die Morde reißen derweil allen Bemühungen zum Trotz nicht ab und fast scheint es so, als wäre der Killer kein menschliches Wesen... Glaubt es oder nicht, aber "Amsterdamned II - Verfluchtes Amsterdam" ist tatsächlich der Film, der von mir in letzter Zeit am heißesten erwartet wurde... was gänzlich auf die Stärke des 1988er-Originals zurückzuführen ist, das als furioser Slasherfilm/Action-Thriller-Mix vor der verkifften Kulisse der niederländischen Hauptstadt für mich immer noch einer der besten Euro-Horrorfilme ist und zu Recht als Kult-Klassiker gilt. Dass der damalige Regisseur Dick Maas hier erneut das Ruder übernommen und auch das Drehbuch geliefert hat, hat diese verspätete Forstsetzung nach 37 Jahren im Vorfeld dann auch nicht gänzlich als hohles Unterfangen erscheinen lassen... aber andererseits hat ja auch ein Ole Bornedal jüngst erst sein Legacy-Sequel zu seinem eigenen "Nightwatch - Nachtwache" bäuchlings in den Sand gesetzt. Die vielversprechende Eingangs-Sequenz, die das Flair des Originals recht gekonnt reproduziert und mit kruden Leichenfunden auftrumpft (übrigens: von der FSK bereits freigegeben ab 12... na, vielen Dank!), lässt da die Hoffnung aufkeimen, dass Dick Maas hingegen in der Lage sein könnte, inhaltlich wie auch inszenatorisch nochmal an den Erstling anzuknüpfen, doch die mit nostalgischen Verweisen gespickte Handlung flacht da anschließend doch leider stark ab und plätschert im weiteren Verlauf auf dem Niveau eines faden TV-Krimis im wahrsten Worstsinn vor sich hin, während da visuell die grobe Keule in Form von einigen A.I.-gepimpten Establishing-Shots geschwungen wird, deren rigorose Künstlichkeit im krassen Gegensatz zu der erwarteten, handgemachten Action steht. Eine erneute Speedboat-Verfolgungsjagd durch die Grachten Amsterdams ist da wohl die deutlichste Reminiszenz an den Vorgänger, doch während man damals damit echt noch jedem James Bond-Streifen Konkurrenz machen konnte, wirkt sowas heutzutage nicht mehr annähernd so spektakulär. So richtig ärgerlich ist dann aber doch erst die Storyline, die einem hier aufgetischt wird, die einerseits permanent sinnbefreit mit einem gewissen übernatürlichen Touch kokettiert, der hier mal völlig fehl am Platz wirkt und die es dann sogar noch fertigbringt, kräftig reinzuscheissen und rückblickend den Vorgänger aktiv zu schädigen! So bleiben da zum Einsetzen des Abspanns - ein Moment übrigens, der mich im Kino so wütend gemacht hat, wie noch bei keinem Film zuvor! - etwa eine Million offene Fragen unbeantwortet... etwa die, ob Mass nicht zählen kann, oder warum ist da ständig die Rede von "vor 30 Jahren", wenn die Ereignisse aus dem ersten Teil mittlerweile doch beinahe schon 40 zurückliegen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Killer aus dem ersten Teil nie beim Namen genannt wurde... warum also tut diese Fortsetzung so, als sollte das Publikum wissen, wie dieser heißt? Machen die hier präsentierten Mord-Szenen von ihrer Logistik her wirklich keinen Sinn oder kommt mir das etwa nur so vor? Warum hat der eine Typ sich selbst abgefackelt? Und am wichtigsten: Was zum Fick hat sich Dick Maas bitteschön nur hierbei gedacht?!? Da hilft es dann auch nicht mehr, dass man Maas' Stamm-Akteur Huub Stapel hier nochmal auf der großen Leinwand erleben kann, dessen aus der Zeit gefallener Eric Visser tatsächlich das Netteste an diesem unnötigen Nachklapp ist. Fazit: Wie schon bei "Nightwatch: Demons Are Forever" tut man auch bei "Amsterdamned II - Verfluchtes Amsterdam" als Fan des Originals gut daran, dieses späte Sequel geflissentlich zu ignorieren.
4/10