Mit „Conan – Der Barbar“ hatte der Fantasyfilm um leicht bekleidete Schwertschwinger eine kleine Renaissance erfahren, zu der auch Don Coscarelli seinen Beitrag leistete.
Hauptfigur ist der Dar (Marc Singer), der seit frühester Jugend die Fähigkeit besitzt mit Tieren zu sprechen. Besonderen Gebrauch davon macht er beim ruhigen Dörfler-Leben allerdings nicht davon, gibt sich eher der Passion des Jägers und Sammlers hin. Doch dann kommt die obligatorische Horde dunkel gewandeter Schlächter herbei, murkst die gesamte Dorfbevölkerung ab und lässt ihn scheinbar tot liegen. Natürlich darf da klein Klischee fehlen, natürlich werden die Toten gepfählt drapiert, natürlich wird der Hund des Helden gemeuchelt usw.
Also macht sich Dar auf den Weg die Übelwichte zu finden, sackt als tierische Unterstützung noch einen Berglöwen, einen Adler und zwei Frettchen ein, die ihm stets helfen, z.B. wenn er badenden Damen die Wäschen klauen lässt. Bei der Beklauten handelt es sich um Kiri (Tanya Roberts), das potentielle Love Interest, das natürlich auch noch eine Verbindung zu den Fieslingen hat, aber natürlich nicht bewusst.
So kommt Dar schließlich in die Stadt, in welcher der böse Hohepriester Maax (Rip Torn) herrscht. Er opfert Kinder für einen Gott namens Arrr oder so ähnlich (den gleichen Sound machen auch die Kinder, wenn sie ins Opferfeuer geworfen werden) und befehligt auch die düsteren Horden. Doch das hält einen echten Rächer nicht ab...
An „Conan“ kann „Beastmaster“ keinesfalls anknüpfen, trotz der putzigen Grundidee um die Tierkommunikation. Die Tiertricks sind auch wirklich gut und überzeugen, womit die Viecher so manchem menschlichen Schauspielkollegen überlegen sind. Marc Singer hat einfach nicht die physische Präsenz eines Schwarzenegger und wirkt stets so tapsig-verplant, dass man bei dem an die Frettchen gerichteten Satz „Ihr werdet meine Schläue sein“ nur zustimmen möchte. Tanya Roberts ist auch mäßig talentiert, dafür ist Rip Torn als fiese Sau echt herrlich, wenn auch gelegentlich ein wenig am Overacten. Edelsupport hingegen John Amos, der hier ganz klar die beste aller Leistungen abliefert.
Auch dramaturgisch ist „Beastmaster“ wirklich kein Meisterstück, da die Geschichte doch hier und da gewaltig ächzt. Da wetzt Dar z.B. aus der Stadt, um die Horden zu verfolgen, trifft neue Verbündete und dreht dann direkt um, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Solche Klöpse leistet sich das Script leider öfter, was dem Spannungsbogen auch nicht gerade zuträglich ist, doch dafür erzählt Coscarelli seinen Film immerhin so flott, dass man immerhin ein wenig über die Holprigkeiten in der Dramaturgie hinwegsieht.
Im Bereich Action bietet „Beastmaster“ Solides, aber nichts Überwältigendes. Die üblichen Rangeleien und Schwertkämpfe halt, choreographisch OK, aber ohne die Wucht von „Conan“. Zudem braucht der Film ein wenig um in Fahrt zu kommen, wenngleich der Showdown im Dunkeln vor einem brennenden Burggraben da ein wenig entschädigt. Die Einbeziehung der Tiere gibt den Kampfszenen immerhin einen exotischen Touch, doch es wäre definitiv mehr drin gewesen.
Doch Coscarelli inszeniert hier mit sichtlicher Freude und lässt auch so manches Kuriosium auf den Zuschauer los, darunter z.B. eine Art Fledermausmenschen, die ihre Opfer unter den Schwingen einer instant-Verdauung unerziehen. Passt jedoch wunderbar zum Film, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt – das ist auch gut so, denn andernfalls würden die Blödheiten in der Story deutlich negativer zu Buche schlagen.
Alles in allem ist „Beastmaster“ wirklich kein Klassiker des Fantasyfilms, etwas dümmlich und dramaturgisch nicht ganz rund, doch wirklich gut inszeniert und flottes B-Vergnügen durchaus brauchbar, vieler eigener Ideen sei dank.