Nach dem etwas seltsamen aber gelungenen Low Budget Horror/Mystery -Klassiker Phantasm stellt dieser hier eher unbekannte Streifen Don Coscarellis kleinen Auflug ins Barbarengenre da. Und gleich vorweg: Hier hat man es nicht mit einem schundigen Gammeltrasher á la Deathstalker- Der Todesjäger zu tun, und bei weitem auch nicht mit einer requisitenkastengeplünderten Prollkomödie wie Die Barbaren.
Beastmaster ist schon ein wesentlich ansehnlicheres Haudruff-Filmchen in rauhen Wüstenwelten mit einem ganz ok'en Budget von ungefähr 8 Millionen US-Dollar und im Gegensatz zu den zwei erstgenannten, auch einem recht vernünftigem Cast. Heimliche Stars sind hier eh die dressierten Tierdarlings wie der Falke des Protagonisten, seine zwei Frettchen Podo & Kodo oder der "Panther" Ruh, für den sich ein armer dressierter Tiger extra für den Film einem Full-Black-Body Painting unterziehen musste.
Die Fähigkeit sich eine so tierische Begleitertruppe auf die 4 Beine zu stellen, verdankt unser blonder Hühne namens Dar (Hauptdarsteller Marc Singer hat eine frappierende Ähnlichkeit zu Kevin Bacon) übrigens seiner eigenen Geburt in einer Kuh(!). Denn im fast 2-stündigen Director's Cut, der unbedingt der Kinoversion vorzuziehen ist, "zapft" anfangs eine von drei entstellten Hexen der schwangeren Königin ihr ungeborenes Baby ab und speist es per Magie in den Bauch einer Kuh. Nach der Geburt aus dieser will die Hexe den kleinen Buben im Lagerfeuer opfern, doch der wird durch einen mutigen Bauernkrieger per Messerbumerang gerettet und großgezogen. Jahre später sinnt unser blonder Grinseprinz nun auf Rache. Nachdem dann auch noch das Dorf seines Ziehvaters durch die dunklen Truppen niedergebrannt wird, macht er sich auf den Weg den Meister der drei Horrorhexen, ein kultischer Dunkelmagier welcher damals vom König persönlich aus dem Reich verbannt wurde, niederzumeucheln. Oder um es in Barbarensprache auszudrücken: Dar macht Gar aus!
Dabei trifft er auf seiner Reise immer wieder auf Phantastereien die meist recht kreativ ausfallen. Neben vogelartigen Halbwesen die ihre menschlichen Opfer mit ihren Flügeln komplett umhüllen und sie mit einer Art Säure auflösen um nur noch deren Knochen auszukotzen, gibt es noch jede Menge weiteren schicken Magie Krimskrams zu bestaunen. Der junge Prinz auf den der Held später trifft, ist bpsw. unwissend mit einem magischen Ring ausgestattet der sich beim Schlafen des Trägers öffnet und ein menschliches Auge herauslugend die Umgebung als Spion des Bösewichtes auskundschaftet. Leichte Horrorvibes sind nicht nur bei den gerade genannten Vogelmenschen zu spüren, auch am Ende in der dunklen Pyramide wird es schnell finsterer wenn sich Dar einen langen Gang an der Decke entlanghangeln muss, da rechts und links nietengespickte Arme von eingesperrten verfluchten Seelen nach ihm greifen. Nebenbei schmeißt der Antagonist auch mal winselnde Kleinkinder in Feuergruben ohne mit der Wimper zu zucken, und der nebeltreibende Gang über das Schlachtfeld nach dem anfänglichen Angriff auf Dars Dorf präsentiert sich in seiner Ruhe mit all den blutigen und aufgespießten Leichen als extrem atmosphärisch.
Dabei wird das ganze durch die tierischen Begleiter oftmals aufgelockert. Podo & Kodo schickt man hier und da zum Beute stibitzen und mit dem Panther Ruh reißt Dar schonmal hübsche Mädels auf, indem der an einer Quelle badenden Schönheit erst per Frettchen die Kleidung am Ufer entwendet wird, und man sich daraufhin noch feistlügend als Retter vor dem brüllenden (aber nie beißenden) Raubtier präsentiert.
Und selbst in Szenen wo mal nichts geschieht punktet Beastmaster mit seiner ansehnlich gefilmten Landschaft und schickem Fantasysoundtrack. Jeder der was für diese Art von 80'er B-Movies übrig hat sollte sich den mal zu Gemüte führen. Nach dem (nur etwas) besseren Conan ist dieser aus dem selben Jahrgang stammende Film gleich die zweite Wahl im ansonsten nicht allzu sehenswerten Barbarengemashe seiner Zeit.