Jack Murdock und seine drei Kameraden - alles ehemalige Vietnam Veteranen - überfallen kurz vor Ladenschluss eine Bank in Kalifornien . Nach ihrer Flucht über die Dächer der Stadt , scheinen sie eigentlich entkommen zu sein , doch im letzten Moment reißt ein Seil der zur Flucht genutzten Fensterputzergondel und einer der Kameraden stürzt in den Tod . Die anderen beiden werden verhaftet und nur Jack kann mit seinem Anteil in einer Aktentasche verschwinden . Doch um unauffällig fliehen zu können , steckt er die Tasche auf dem Weg zu seiner Wohnung in einen Postkasten an einer belebten Kreuzung . Eigentlich hoffte er darauf , dabei nicht gesehen worden zu sein , aber nicht nur Mickey , ein kleiner Dealer und selber drogenabhängig , hat ihn dabei beobachtet , sondern auch Mary Jane , die gerade von ihrem Mann geschieden wurde . Und als wären das noch nicht genug Probleme , bleiben Jack auch nur noch wenige Stunden bis der Briefkasten von der Post geleert wird ...
... doch hat Jack erst einmal seine sichere Wohnung erreicht , verwandelt sich der erwartete Thriller in eine eher laue Komödie mit Dramaanteilen , die nicht mehr das hält , was die Prämisse versprochen hatte .
Dabei hätte man aus der Grundidee einiges mehr herausholen können , wenn mehrere verkrachte Existenzen vom Geld im Briefkasten wissen und versuchen sich dieses an einer belebten Kreuzung unter den Nagel zu reißen , bevor der Briefträger kommt und das Geld bei der Leerung finden wird . Aber scheinbar fiel den Drehbuchautoren nach dem gelungenen Auftakt nicht mehr allzu viel Thrillermaterial ein , weshalb man sich für den oben genannten Genremix mit ein wenig halbgarer Lovestory entschied . Stattdessen versuchte man mit Flashbacks in den Vietnamkrieg ( nur ziemlich unaufwändige Aufnahmen aus einem Wald hinter L.A. ) , Mary Janes kürzlicher Scheidung und den Problemen von Mickey bei den Figuren mehr Tiefe vorzugaukeln , wo es einfach unterhaltsamer gewesen wäre ein paar - von mir aus flach gezeichneten - Gaunern bei ihrem Kampf ums Geld zu beobachten .
Denn statt eines spannenden Psychospiels erleben wir wie der Drogendealer / Drogenabhängige Mickey versucht seine Schulden bei einem chinesischen Gangster zu begleichen , Jack die Ex-Frau seines beim Überfall getöteten Freundes besucht und Mary Jane sich mit ihrem Ex-Mann trifft . Wobei Mary Jane die am merkwürdigsten charakterisierte Figur ist , die zwar einerseits ihrem Ex ( einem äußerst erfolgreichen und reichem Scheidungsanwalt ) gegenüber so tut , als bräuchte sie kein Geld , aber sich an Jack heran wirft , als hätte sie ihr Leben lang in der Gosse gelebt und sähe in ihm und dem Geld die einzig große Chance ihres Lebens . Große Pläne , das Geld aus dem Kasten zu holen , macht da aber keiner mehr und was am Ende geschieht , wirkt einfach zu überhastet und zu unspektakulär um zu einem befriedigenden Abschluss zu führen .
Als außergewöhnlich ist eigentlich nur noch die Besetzung zu nennen , die neben den bekannten Hauptdarstellern noch mit Robert Ito ( Quincy ) , dem späteren John Carpenter Regular Tom Atkins sowie dem eigentlich witzigen Gerrit Graham als widerlichem " Punk " aufwarten kann . Und nicht zu vergessen Jeff Goldblum , der seine vielversprechende Karriere als Darsteller von Vergewaltigern / Beinahevergewaltigern ( eine Rolle , die er hier gab , genauso wie in seinem Filmdebüt in " Ein Mann sieht rot " ) kurz darauf aufgab , um danach eine eher unbedeutendere Karriere als Hauptdarsteller in Filmen wie " Jurassic Park " , " Independence Day " und " Die Fliege " zu verfolgen - ob das die richtige Entscheidung war , sei mal so dahingestellt .
Fazit : Ein Film , der wie ein Thriller beginnt und wie eine halbgare Komödie endet . Richtig überzeugt hat mich höchstens das 1970er Jahre Feeling mit cooler Musik von Lalo Schifrin ( Mission Impossible , Dirty Harry ) und nettem Cast . Ansonsten keine komplett verschwendete Zeit , doch noch mal würde ich ihn mir auch nicht ansehen . Und was der deutsche Titel " Der lange Kalifornier " bedeuten soll , weiß auch kein Mensch ...