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Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling) leitet einen Tennisclub in Lüneburg als Präsident. Eigentlich läuft alles wunderbar, doch als die Mitgliederversammlung stattfindet, kommt es zum Streit: Der einzige Türke im Club will nicht, dass seine Bratwurst auf dem neu zu kaufenden Grill mitgegrillt wird, denn dies gehört sich nicht, denn er ist Moslem und darf deshalb seine Bratwurst nicht auf einem Grill zubereitet wissen, auf dem Schweinefleisch gegrillt wird. Von da an läuft in der Diskussion alles aus dem Ruder, bis es nicht mehr wirklich um den Grill geht…

Die Handlung kann man eigentlich schlecht zusammenfassen, denn als Quintessenz bleibt, letzten Endes die Diskussion um einen Grill. Irgendwie geht es aber doch um mehr, denn was am Anfang als Kleinigkeit behandelt wird, nimmt größere Ausmaße an, denn es wird im Verlauf dann auf einmal recht politisch mit linkem und rechtem Gedankengut sowie Affären und Grundsatzdiskussionen (Stichwort Veganer), und das war überhaupt nicht beabsichtigt. Dabei ist dieser Film auf der einen Seite so lustig, dass man einfach mitlachen muss und auf der anderen Seite fragt man sich als Deutscher, ob man über gewisse Sachen überhaupt lachen darf oder man sich dann gleich als Rassist bezeichnen lassen müsste. Das macht diesen Film auf der anderen Seite auch recht spannend, da er beim Betrachter selbst ein gewisses Gefühlschaos hinterlässt. Man darf jetzt keine riesengroße Unterhaltung erwarten und auch keine belehrenden Aktionen hineininterpretieren aber Extrawurst hat vom Grundsatz her alles, was eine deutsche Komödie braucht und gerade in der heutigen Zeit nützt es, wenn ab und an die Welt außen vor gelassen werden kann und man während des Films einfach herzhaft lachen und abschalten kann. Daher sei Extrawurst auch nicht nur Hape Kerkeling Fans empfohlen, sondern auch Freunden von lustiger Unterhaltung. Hape Kerkeling ist dabei nicht zwangsläufig der Hauptcharakter, sondern es geht in der Konstellation um die Diskussionsrunde, zu der auch ein Christoph Maria Herbst unter anderem gehört. Die jüngere Generation kann eventuell mit den Charakteren und Schauspielern weniger anfangen, deshalb kann ich durchaus verstehen, wenn der Film nicht bei jedem gut ankommt. Mir als Mittvierziger gefällt er durchaus sehr gut und ich würde ihn jederzeit wieder ansehen und weiterempfehlen. Deshalb auch aus meiner Sicht 8/10 Extrawürste.

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