Nachdem sie zehn Jahre ihrer fünfzehnjährigen Haftstrafe - die sie absitzen musste, weil sie als Teenager einen Vergewaltiger totgeprügelt hatte - verbüßt hat, wird die junge Millie Calloway auf Bewährung entlassen... unter der Auflage, dass sie schnellstmöglich einen Job finden muss. Glücklicherweise findet sie schnell eine feste Anstellung als Hausmädchen bei dem wohlhabenden Eheaar Nina und Andrew Winchester, bei denen sie den Haushalt schmeißen und sich um die kleine Tochter Cece kümmern soll und sogar kostenfrei in deren Haus in einem Zimmer unterm Dach wohnen kann. Was da auf den ersten Blick aussieht, als wäre es zu schön um wahr zu sein, isses auch, denn Nina entpuppt sich als von Stimmungsschwankungen gebeutelte Psycho-Furie, die Millie gängelt, wo es nur geht. Ehemann Andrew, der die irren Marotten seiner Frau gewohnt ist, hält zwar zu dem neuen Hausmädchen, doch als Millie herausfindet, dass Nina einst doch glatt mal versucht hatte, Cece in der Badewänne zu ertränken und dafür in die Klapse eingefahren ist, schwant ihr, dass sie sich wohlmöglich in Lebensgefahr befindet... Paul Feig dürfte frohlocken, dass sein "The Housemaid - Wenn sie wüsste" weltweit tatsächlich fast 400 Millionen Dollar am Boxoffice eingespielt hat und ihm damit wohl den Weg aus dem Streaming-Sumpf weist, in dem er seit ein paar Jahren festsitzt... und das, obwohl sein bislang erfolgreichster Film tatsächlich auch sein - mit Abstand! - schlechtester ist! Basierend auf einem Bestseller von Freida McFadden lässt sich der Streifen ob der gewählten Erzähl-Perspektive aus Frauensicht prima in einem Atemzug mit solchen ähnlich angelegten Thrillerchen wie "The Woman in the Window", "Girl on the Train" oder dem letztjährigen "The Woman in Cabin 10" nennen... ein echter Höhepunkt des Genres sieht demnach anders aus und wenn die vorliegende Adaption irgendwelche Rückschlüsse auf die Qualität der literarischen Vorlage (man ahnt, wer die gekauft hat!) zulässt, dann kann man sich hier wohl auch das Reinlesen mal echt sparen. Okay, eventuell ist da so einiges beim Sprung vom gedruckten Wort zum bewegten Bild schief gelaufen, aber eine derart hanebüchene und kolportagehafte Handlung, wie sie einem hier vorgesetzt wird, sollte doch zumindest für ein klitzekleines bisschen Spannung sorgen, was allerdings - trotz so einiger vorhersehbarer Twists und Wendungen - wirklich nicht der Fall ist. Stattdessen langweilt einen die Chose da über zwei Drittel der Laufzeit als über Gebühr hochgejazzte, trashy Seifenoper, bevor dann der Schluss-Akt (übrigens: auch trashy!) endlich doch noch ein weniger mehr in Genre-Manier daherkommt und ein paar der üblichen Vorbilder zitiert... doch selbst da sorgt "The Housemaid" nicht annähernd für so gutes Entertainment, wie jene authentischen Psycho-Thriller aus den 80ern und 90ern, die er so verzweifelt zu emulieren versucht, zumal ja selbst die Sex-Szenen mit Sidney Sweeney im Vergleich zu jenen aus dem ähnlich miesen "The Voyeurs" geradezu keusch und züchtig daherkommen! Besonders ärgerlich: Der vordergründig feministische Anstrich der Geschichte entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als höchst scheinheilig, denn die widersprüchliche Message lautet da am Ende doch "Männer sind Schweine... aber dazu gemacht werden sie von ihren bekloppten Muttis, während die Weiber sich gegenseitig ohne Rücksicht vor 'nen Bus schubsen, um den eigene Arsch zu retten!" Ja, wie jetzt, lol?!? Paul Feig, der mit "Brautalarm", "Taffe Mädels" und seinem Girlie-"Ghostbusters" gezeigt hat, dass ihm reine Komödien sehr viel mehr liegen, war da wohl schlicht der falsche "Mann", um die Angelegenheit ein wenig befriedigender zu händeln, zumal auch der humorige Unterton und das Augenzwinkern der beiden "Simple Favor"-Streifen hier gänzlich fehlen und sich "The Housemaid" ganz konträr zur Güte des Inhalts ja selbst tatsächlich super-ernst nimmt... und das hat ja selbst ein David Fincher bei seiner ähnlich absurden Adaption von subparer Hausfrauen-Lektüre "Gone Girl" vermieden, ey!
2/10