Review

Will zu viel, kann zu wenig

Ich habe absolut keinen reinrassigen Tierhorrorfilm erwartet und war mir durchaus bewusst, dass dieser "Anaconda" viel eher ein augenzwinkernder Metakommentar auf das Original und sein Subgenre ist als ein Neustart. Eine simple und ungenierte "Jack Black & Paul Rudd-Show". Und dennoch, trotz dieser maximal (und leider!) korrigierten Erwartungen meinerseits, einiger filmnerdiger Anspielungen und obwohl es trotz dem "Naked Gun"-Remake viel zu wenig whacky Komödien aktuell im Kino gibt, hat mich dieser "Anaconda" nicht allzu sehr erreicht... Erzählt wird von einem verkappten "Filmmacher", der mit einer amateurhaften Crew und seinem Schauspielerbuddy aus der Kindheit in den Dschungel fährt, um "Anaconda" neu aufzulegen... Bis sich das Ganze natürlich um Kopf und Kragen schlängelt und aus dem grünen Ruderboot läuft...

Wo ist J.Lo. wenn man sie mal braucht...

Tierhorror funktioniert nicht mehr wie in den 90ern. Selbst solche Selbstläufer auf dem Papier wie "Cocaine Bear" oder "Death of a Unicorn" sind komplett schief gelaufen und haben einfach unverschämt wenig Spaß gemacht. Warum dann nicht augenzwinkernd einen Kommentar auf die ganze Sparte irgendwo zwischen Kifferkomödie, Film im Film und Reboot? Das haben sich die Macher von "Anaconda" (2025) wohl auch gedacht und dieses Zwitterwesen zustande gebracht, das für mich alle Boxen ein wenig antickt, aber nie in irgendeiner Beziehung genug zu Pötte kommt. Weder in Sachen Lachen noch in Sachen Tierterror. Zu streng kann ich mit diesem "Reboot" nicht sein, dafür mag ich Rudd, Black, deren Chemie, spürbare Freundschaft, viele Filminsidergags und z.B. die "Schlangenfeuerbeisetzung" zu sehr. Da habe ich wirklich laut lachen müssen wie selten dieses Jahr im Kino. Doch solche volltreffenden Comedygoldmomente sind eher die Ausnahme hier. Gerade in der zweiten Hälfte, wenn dann die große CGI-Schlange auf unsere Crew losgeht, verliert sich "Ananaconda" (2025) vollkommen in seiner eigenen Identitätskrise und Belanglosigkeit. Und unterläuft die Erwartungen nicht mehr, sondern enttäuscht diese. Eher ein zehnminütiger SNL-Sketch als ein ausgewachsener Kinofilm. Sehr banal. 

Fazit: "Anaconda" (2025) landet für mich weder als Creature Feature noch als Komödientreffer wirklich im grünen Bereich... Leider näher an den neuen Jumanjis oder einer dschungeligen Kifferkomödie als am Tierhorror"klassiker" aus den 90ern... Dieses Metaremake hat bei mir trotz ein paar süßer Filminsider und der starken Chemie im Cast nicht oft genug gezündet! Vielleicht ein gutes Stück zu verliebt in seine eigene Selbstreflexion um einen runden, guten Film zu machen. Als Freitagabendbierentertainment vielleicht gerade noch durchzuwinken. Aber nur knapp. Einfach zu egal. 

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