Review

Von vorn herein: "The Straight Story" ist ein wirklich wunderschöner, herzerwärmender Film, wie ich ihn selten gesehen hab....
Was David Lynch hier geleistet hat, ist schier unglaublich, es wird noch unglaublicher, wenn man bedenkt, dass Lynch Filme wie "Lost Highway", "Mulholland Drive" oder "Wild at Heart" gedreht hat, die den Zuschauer stets in einen Sog aus Wahnsinn und Doppelbödigkeit zogen. Wenn man sein Werk jedoch ganz genau betrachtet, erkennt man schon viele Parallelen zu eben diesen Filmen (sogartige Bilder, schräge Figuren...), nur subtiler und harmlos. Der Film fesselt optisch fast genauso wie seine auf Zelluloid gebrannten Trips in die Abgründe der Seele, aber das halt auf einer anderen Ebene. Alvin Straight erfährt eine Odyssee von Momentaufnahmen, wie wir sie alltäglich sehen, nur nicht in all ihrer Schönheit und Eleganz aufnehmen. Das dickköpfige, jedoch nachvollziehbare, da menschliches Verhalten von Alvin lässt uns mit dem Tempo seines Rasenmähers "mitfiebern". Trotz aller herzerwärmenden Momente des Films artet dieser niemals in Kitsch aus, was auch an der sehr guten Leistung Farnsworths liegt (zu Recht Oscar-Nominiert!). Zum "Finale" des Films hin kommt sogar ein Hauch von Spannung auf (Ist der Bruder tot oder nicht? / Rasenmäher macht kurz vorm Ziel schlapp), jedoch eine Spannung, wie sie das Leben inszeniert und nicht ein x-beliebiger Hollywood-Thriller, denn trotz alle dem bleibt Alvin ruhig, bietet jeder Situation die Stirn, gibt nie auf (und er hat einige Rückschläge während seiner Fahrt!!! ;) ).

Fazit: Alles in allem ein Film mit einer Menschlichkeit und Wärme, wie man sie selten im Kino sieht. Trotz der sehr langsamen und auf "unwichtige" Details ausgelegten Erzählweise ist er ein mehrmaliges Anschauen wert.

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