Seit "Drag Me To Hell" habe ich endlich mal wieder den frühen Sam Raimi gesehen, bzw. den, den wir wohl als Sam Raimi definieren. Zumindest blitzt jenes Gefühl in vielen Momenten auf, wobei ich "Send Help" weniger dem Horror- oder generell dem fantastischen Genre zuordnen würde. Eher eine als Robinsonade gekleidete Satire auf dem Boden des Kultur- und Geschlechterkampfes. Keine Sorge, weniger aufdringlich als das, unter der Last der aktuellen Medienlandschaft, klingen mag. Wir haben hier noch einen klassischen (alten weißen männlichen) Regisseur, Gott sei Dank, also jemand, der einen guten Film abliefern will, nicht einfach nur nerven. Das Ganze mit erhofftem Fan-Service, es wird grotesk, überzeichnet, teilweise ziemlich ekelig. Ein Konflikt, der von zwei überzeugenden Hauptdarstellern physisch und psychisch mit allen Mitteln geführt wird und mit jedem Hoffnungsschimmer auf Annäherung nur noch mehr eskaliert. Am Ende bleibt es eher beim Unterhaltungsfaktor, denn der großen Botschaft, nicht schlimm.