Der Mockbuster des britischen Regisseurs Ben J. Williams kommt natürlich fast 20 Jahre zu spät, da die „Snakes on a Plane“ bereits seit 2006 ein variables Vorbild abgaben. Die dortigen Angreifer waren allerdings deutlich stilsicherer in Szene gesetzt als jene Achtbeiner, die hier die Passagiere eines Fluges umkreisen.
Corinne und drei Freunde treten einen Flug von Großbritannien nach Kolumbien an und ahnen noch nicht, dass ein Wissenschaftler genmutierte Spinnen im Frachtraum unterbringen konnte. Nach einigen Turbulenzen können die Tiere entkommen…
Zwar nimmt sich der Stoff insgesamt nicht sonderlich ernst, allerdings trifft dies auch auf die vier potenziellen Helden zu: Das Modepüppchen trägt für den Flug ausschließlich Kleidung mit Rüschen, die Gothic-Bitch schlägt stets übers Ziel hinaus und verschwindet mit dem Erstbesten auf der Flugzeugtoilette, eine andere verfügt angeblich über militärisches Wissen (war wohl mal ein paar Tage in der Buchhaltung), während der einzige Kerl schon vor Flugantritt mit Verdauungsproblemen beschäftigt ist. Sympathisch geht anders.
Gleiches gilt für die Crew, die Piloten und die überschaubare Anzahl an Passagieren, von denen niemand mit übermäßig positiven Charaktereigenschaften hervorsticht. Also ein leichtes Spiel für die Spinnen, die in recht variablen Größen und Formen in Erscheinung treten. Die größten Exemplare haben bereits nach kurzer Zeit einen Durchmesser von über einem Meter und sehen in ihrer Konstellation so aus, als wären sie ein Geflecht aus Rohrreinigerbürsten. Die mittleren sind unsäglich schlecht animiert und bewegen sich übermäßig gummiartig, wogegen die wenigen kleinen Ausgaben noch akzeptabel in Szene gesetzt sind.
Das unterdurchschnittliche Niveau der Computereffekte setzt sich konsequent bei den Attacken fort, wenn Leute durchbohrt oder enthauptet werden und selbst blutige Flecken auf der Kleidung überdeutlich aus dem Rechner stammen. Schließlich versucht man das Szenario um die Perspektive der Angreifer zu erweitern, obgleich wahrscheinlich niemand weiß, ob die Achtbeiner tatsächlich alles sechsfach und überlappend wahrnehmen. Kunstvoll gesponnene Fangnetze wären dann wahrscheinlich ein Problem. Mit selbigen hat man sich hier hingegen nicht abgemüht, - etwas Mull und Watte müssen es auch tun.
Ansonsten fällen einige dumme Menschen blöde Entscheidungen, Piloten und Crewmitglieder umgehen noch vor der Gefahr sämtliche Regeln und wer sich quasi hermetisch abriegeln möchte, stapelt einfach ein paar Reisetaschen in den Gang. Notlanden muss das Ding letztlich auch und da ist es auf dramaturgischer Ebene besonders sinnvoll, mittendrin einen ausgedehnten Flashback zu platzieren, damit jeder Anflug von Spannung ausrangiert wird.
Am Ende sondern die nur 78 Minuten keinen wertvollen Beitrag in Richtung Tierhorror ab und auch in Sachen Trash wird nur bedingt geliefert. Die Dialoge tendieren überwiegend in Richtung Pornoniveau, nicht viel besser sind die darstellerischen Leistungen. Das einigermaßen flotte Tempo und einige krude Einfälle retten noch ein wenig und Arachnophobiker müssen sich aufgrund der miesen Effekte keine Gedanken über eventuelle Alpträume machen.
Knapp
4 von 10