Ein Wissenschaftler hat für eine nicht näher spezifizierte Organisation genmanipulierte Superspinnen geschaffen und sie an Bord eines Linienfluges von UK nach Columbia gebracht. Doch die Fracht bricht aus.
Jagged Edge mausert sich mit rasanten Schritten zu ernsthafter Konkurrenz für die Mockbuster-Platzhirsche The Asylum und SyFy. Ihre Filme sind mindestens genauso irre und bewegen sich in der gleichen Qualitäts-Liga. Man weiß also, dass hier Meisterwerke von der untersten Ebene der Messlatte zu erwarten sind.
Klar trifft das auch auf diese filmische Entgleisung, Verzeihung, diesen filmischen Absturz zu. Hier ist quasi alles daneben, allerdings nimmt sich der Film zu keinem Zeitpunkt selbst ernst, was ihm und seinem Unterhaltungswert, der tatsächlich vorhanden ist, sehr zuträglich ist.
Die Darsteller haben sicher mal was von der Existenz von Schauspielschulen gehört, den Weg dorthin haben sie aber sicher nicht gefunden. Aber geben sich zumindest Mühe und hatten wohl auch Freude beim Dreh. Das hilft uns Zusehenden zwar nicht, ist aber auch wichtig. ????
Die eigentlichen Hauptfiguren sind natürlich die Spinnen, die von mikro bis gigantisch in allen Größen vorkommen, sich binnen Stunden in Massen vermehren und ebenso schnell auf bis zu 2-3 m anwachsen können. Die Mikrosinne schaut dabei sogar brauchbar aus, der Rest eher nicht. Die mittleren Größen sind herrlich gummiartig und die dicken Biester sehen aus wie gigantische Distelkugeln mit acht Beinen. Zum Piepen. Angst machen die Viecher auf jeden Fall nicht.
Das Drehbuch, ich vermute mal wohlwollend, dass es eines gab, hat so einige haarsträubende Einfälle zu bieten. Spinnen, die mit Vorliebe Körper durchbohren oder sich außen am fliegenden Flugzeug halten können, Spinnen, die auf Titten und Schwänze (bitte entschuldigt die Ausdrucksweise) springen, dumme Figuren, dumme Handlungen, dumme Logik (selbstredend), Klischeefiguren, Sex auf dem Flugzeugklo und als i-Tüpfelchen gibt's auch noch einen Spiderman.
Und die einzige Option auf ein Fünkchen Spannung wird natürlich durch eine völlig belanglose und hochgradig überflüssige Rückblende unterbrochen, damit jeglicher Drive und eventuell zufällig aufkommende Dramatik auch ja im Keim erstickt werden. Das ist echt Finesse. Immerhin entstehen bei den 78 Minuten Laufzeit keine nennenswerten Längen.
Die Dialoge sind entweder zum Heulen oder zum Tränen lachen, aber Tränen gibt es mit Sicherheit. Wobei es schon wirklich witzig ist, wenn ein Einäugiger meint, er hätte ein Auge auf seine Begleiterin.
Dass sich der Film nicht ernst nimmt, wird auch durch die Soundkulisse bekräftigt. So geben die Spinnen irgendwie quietschige Geräusche von sich, es wird überlaut geschmatzt und gefurzt (einer der Protagonisten startet mit Dünnfiff) und diverse Kopfdrehungen werden durch comichafte Geräusche unterstützt.
In allen Belangen so doof und inkompetent, wie man es erwartet und doch ist dem Machwerk ein ordentlicher Unterhaltungswert nicht abzusprechen. Das Dingen ist humorvoll, sowohl freiwillig wie auch unfreiwillig und funktioniert schon fast als Komödie. Rutsch besser als gedacht.