Review

Giallo aus dem Jahre 1972 von Maurizio Pradeaux. „Die Nacht der rollenden Köpfe“ wirkt auf mich wie ein uninspirierter Rip-Off höherqualitativer Genre-Beiträge und kommt zu keinem Zeitpunkt aus seiner hoffnungslosen Mittelmäßigkeit hinaus. Die Charakterzeichnungen fielen ziemlich flach aus und mit niemandem vermochte ich mich so recht zu identifizieren, schlimmer noch: sie waren mir alle schlichtweg egal. Die durchschnittlichen Darsteller spielen sich durch eine dünne Geschichte voll dämlicher Dialoge, komödiantischer Einlagen und ebenso selbstzweckhaft wie inflationär eingesetzter nackter Haut, deren Zurschaustellung oft plump und wenig erotisch ausfiel. Auch, was Atmosphäre und Stil anbelangt, die Stärke anderer Gialli, vermag „Die Nacht…“ nicht zu punkten. Dafür wirkt alles viel zu sehr „von der Stange“. Die musikalische Untermalung des Films pendelt zwischen nervtötendem Jazz und hochgradig einschläferndem Klaviergedudel, das zu allem Überfluss auch noch in langatmigen Füllszenen Verwendung findet, die die Geduld des Zuschauers doch arg strapazieren. Der finale Plottwist hingegen wird sodann in Rekordgeschwindigkeit heruntergerattert und wurde mies herbeikonstruiert, da der Film zuvor so gut wie gar nicht auf die entsprechenden Hintergründe einging – die sich grundsätzlich durchaus geeignet hätten, eine spannende Hintergrundgeschichte zu erzählen. „Die Nacht der rollenden Köpfe“ verfügt über keinerlei besondere Momente, die so einen Film unter Umständen über den Durchschnitt herauszuheben vermögen. Der reißerische deutsche Titel mitsamt des unfreiwillig komischen Subtitels („Ein böser Film!“) führt den Zuschauer darüber hinaus bewusst in die Irre.

Mit Wohlwollen noch 5/10 Punkten für dieses unfreiwillig komische, im Prinzip aber ärgerliche Filmerlebnis.

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