Einschüchternd-starke Wassereffekte - unfassbar quarkige „Auflösung“!
Eine Art Sintflut überschwemmt bzw. unterlegt einen Hochhauskomplex in Südkorea, sodass eine Mutter und ihr kleiner Sohn komplett nasskalt erwischt werden, in immer höhere Etagen klettern und um ihr Überleben kämpfen müssen…
Tsunami spült IQ-Punkte weg
Dass Südkorea längst mindestens genauso hohle, belanglose und platte Blockbuster abliefert wie Hollywood, kann man trotz etlicher Perlen wie „Parasite“ und der ehrfürchtigen Historie aktuell kaum verbergen. Das passiert wohl unausweichlich, wenn eine Filmfabrik dermaßen aufblüht, explodiert und unterstützt wird, weltweiten Hype abbekommt. Und nicht selten unterstützt Netflix den qualitativ abschüssigeren Output aus Korea. Und „The Great Flood“ könnte dafür das perfekte Beispiel sein. Dass hochhaushohe Tsunamiwellen einer meiner größten, wiederkehrenderen und apokalyptischeren Alpträume sind, habe ich wahrscheinlich schon in den Kritiken zu „Deep Impact“ oder „Poseidon Adventure“ angemerkt, wahrscheinlich habe ich beide auch einfach zu früh gesehen. Oder mich hat solch eine Wasserwand in einem vorherigen Leben mal dahingerafft. Wer weiß. Jedenfalls sind diese gigantischen Wasserstürme und allgemein der spürbare Katastrophendruck, die mütterliche Angst, die ständige Anspannung und die Ausweglosigkeit die unweigerlichen Stärken dieses verkopften Streamingblockbusters. Das rockt, schwippt und schwappt, stürmt und schnürt jedem mit dieser „Urangst“ natürlich erfolgreich den Atem zu. Das ist klasse und im Kern natürlich auch das Wichtigste bei einem solchen Projekt. Über 100 Minuten trägt das allerdings nicht - erst recht nicht, wenn alles andere im Grunde für die Tonne ist. Das Kind bleibt blass und nass und nervt. Die Panik der Mutter nutzt sich schnell ab. Und im Endeffekt ist es vor allem die Auflösung, die nicht nur Gemüter spalten wird, sondern schlicht die meisten zur Weißglut frustrieren wird. Da habe ich keinen Zweifel dran. Und das funktioniert einfach nicht. Das hat filmisch, logisch und emotional nichtmal mehr das Seepferdchen. Groundflood Day. Deswegen würde ich die erste Hälfte des wässrigen Werks zumindest für Katastrophenfilmfans als intensiv und wertig und wuchtig bezeichnen (obwohl sich selbst da schon Auflösung und „Mysterium“ andeuten) - den Rest leider eher als Mittelfinger an alle…
Digital geht die Welt unter
Fazit: Lange hat kein Katastrophenfilm mehr verheißungsvoller und krachender angefangen, nur um dann absolut kopfschüttelnd zu enden… „The Great Flood“ geht ganz freiwillig baden!
Und so wurde aus „Die große Flut“ die große Wut!