kurz angerissen
Wie so viele Katastrophenfilme beginnt „The Great Flood“ im Kleinen, um seinen Fokus nach und nach auszuweiten und zum Schluss die große Welle zu machen. Zum Schluss? Diesmal nicht so ganz. Was nämlich zunächst wie ein konventioneller Vertreter seines Fachs klingt, dreht die sonst so traditionell verlaufenden Genre-Markenzeichen völlig auf links. Das mag eine Enttäuschung sein für jene, die sich auf einen altmodischen Thriller gefreut haben, zumal Kim Byung-woos Streifen in der ersten Hälfte enorm abliefert und mit gut getricksten Riesenwellen effektiv Aquaphobien fördert... nicht ohne mit der Darstellung des beengten Zusammenlebens in einem Wohnkomplex in Seoul eine weitere Phobie zu befeuern, die in diesem Jahr noch spezifischer sogar in „84m²“ adressiert wurde.
Dass die Natur keineswegs die einzige sadistische Macht im Film bleibt, scheidet offenbar die Geister. Rein technisch ist durchaus ein Spannungsabfall bemerkbar, als die Intensität der Ereignisse im zweiten Teil spürbar in sich zusammenfällt. Die philosophischen Gefilde, die am Ende von den Wellen geflutet werden, bergen allerdings genug Reizvolles, um sich Anerkennung zu verdienen, und sei es nur in Form hitzköpfiger Diskussionen. Niemand, der diesen Film in einer größeren Runde sieht, wird ihn anschließend wortlos zu den Akten legen.