Einer der ganz seltenen Telemovie-Auftritte von Adam Cheng; Cheng war natürlich beim Allrounder The Thief of Time (1992) dabei, als Cameo, zu der Zeit des Aufkommens der Spielfilme für das Fernsehen aber schon Kinostar und hatte eine Rückkehr auf die Mattscheibe dann für eine Weile schlichtweg nicht mehr nötig, er galt als Veteran in beiden Medien, karrieretechnisch seit den späten Sechzigern dabei, seit den späteren Siebzigern vornehmlich Hauptrolle in Wǔxiá-Serien, die auf der großen Leinwand mit The Sword (1980) oder Zu: Warriors from the Magic Mountain (1983) fortgeführt wurden. Hier ausnahmsweise in der Jetztzeit gesetzt, wird unter Produzent Lau Ka-Ho, ebenfalls eine Ikone auf seinem Gebiet, ein moderner Thriller/Drama angeboten, eine Art Seltenheitswert, eine Rarität:
Shen Jiabao [ Sheren Tang ] und Xia Ziqian [ Adam Cheng ] haben eine Tochter und führen ein Leben, das im Großen und Ganzen harmonisch und glücklich ist, auch wenn Ziqian oft auf Geschäftsreisen ist und Jiabao sich manchmal einsam fühlt. Um die Zeit totzuschlagen, beginnt Jiabao mit ihrer Freundin Li Shaomei [ Jay Lau ], Unterricht im Gesellschaftstanz bei dem bekannten Tanzlehrer Wei Junjie [ Michael Tong ] zu nehmen. Junjie zieht Jiabao stark an, doch sie weiß, dass sie ihr inneres Feuer nicht entfachen darf.
Ein edleres Viertel kommt zum Vorschein, die Polizei heranrasend, ein größeres Aufgebot auch, Gefahr im Verzug, es wird eingegriffen, eine Verhaftung vorgenommen, ein häuslicher Disput anscheinend, ein Paar und ein Streit. Wie es dazu gekommen ist, wird im davor geklärt, es wird zurück gespult, tatsächlich, eine Frau, eine Freundin und ein Kind, ein Sportfest, der Vater noch abwesend, aber bald auftauchend, nur etwas, nicht ganz zu spät. Heile Welt hier noch, man gewinnt zusammen einen Wettkampf, die Familie ist gut betucht, es scheint an nichts zu fehlen; wie so oft, der Schein trügt, Risse am Entstehen. Noch ist alles gut und friedlich, das Leben glücklich, eine traute Zweisamkeit, selbst aufgebrezelt wird sich noch für den Gatten, fürs Ehebett vorbereitet; umsonst allerdings, die Zeiten sind vorbei. Die Frau ist jünger als der Mann, nicht viel, aber ausreichend, sie hat noch Lust aufs Leben und auf Aktivitäten, sie achtet auf ihr Aussehen und ihre Wirkung, auch aufs andere Geschlecht, sie weiß um ihre Schönheit, sie ist Komplimenten nicht abgeneigt. In einer Tanzstunde funkt es, der Lehrer unverschämt gutaussehend aus, körperlich selbstbewusst, später eine Hilfe in der Not, der Wagen ist liegen geblieben, man trifft sich immer zweimal im Leben. Vom Tanzen zum Gespräch zu mehr, es ist Sommer, die Sonne scheint. Die Treffen werden häufiger, zufällig oder geplant, die Frau hat Zeit, ihr wird eine andere Art von Leben und Freizeit und Freiheit gezeigt, sie wird umworben, der erste Fehler. Das Paar passt optisch besser zusammen, trotz des auch hier vorhandenen Altersunterschiedes, es gibt physische Attribute, die Musik deutlicher als üblich im Smooth Jazz, in der Lounge, die Blicke eindeutig, The Quick Step of Passion, der Ehemann und Geschäftsmann dagegen bieder und langweilig. Ein Erotikthriller im Beginnen, fernsehtauglich, dennoch eindeutig zweideutig, selbst für Blinde die Anziehungskraft und Verführung zu durchschauen, die Wollust zu sehen.
So gut wie die verbotene Pärchen sieht auch der Film aus, attraktiv in Kleidung und Gestaltung, in Accessoires und Architektur, klar in den Bildern, um Schärfe und Moderne bemüht, kunstvoll und zart, aber deutlich in der Annäherung, ein Werbeprospekt, ein Marketingspot fürs Fremdgehen. Eine geräumige Yacht, ein stilles Refugium für sich selber, eine Auszeit vom Alltag, vom Kind und vom schnarchenden Partner, hier ein schmachtender Galan, das Gegenteil dessen. Familie oder das Ausleben der Lust, das ist hier die Frage, es steht viel auf dem Spiel, Gewohnheiten gegen Neuheiten, Langweiliges gegen Aufregendes, Sicherheit und Routine gegen Neues und Wertschätzung; Cheng spielt hier nicht den Star, er spielt die zweite Geige dessen. Bald ändert sich die Geschichte, mit einer Entdeckung, aus der Entfernung, Jemand Anderes hat etwas gewagt, was man sich selber nicht traut, was man nur angeteasert hat, angesteuert im Verlangen, aus Scheu vor der eigenen Courage nicht ausgeführt. Und nun bereut, und nun vollzieht, sich hingibt, aus Rache auch, aus Vergeltung, Türen und Tore sind schließlich geöffnet für, selbst die Erinnerung daran bringt die Frau nochmal in ekstatische Erregung, ein Autounfall fast die Folge. Ein Drama wird entwickelt, zwei Dreieckige Beziehungen, zwei Probleme gleichzeitig, mindestens, ein Partnertausch möglich und wieder nicht, Hindernisse und 'Kletten' stehen dazwischen, ein leidiges Thema, mit inneren und äußeren Konflikten und Konsequenzen vor allem auch verseucht.
Bigamie nicht in Akzeptanz hier, keine offene Beziehung, eine Art Traum nur, wie Ferien, wie Urlaub auch fotografiert, mit visuellen Geschmack und physischen Aspekten, mit vielen Blicken und Berührungen, mit Befürchtungen und Befristungen, schlussendlich mit Befragungen, von offizieller Seite aus, ganz am Ende ist die Polizei im Spiel, das wissen die Beteiligten nicht, der Zuschauer aber; er hat den Anfang und gleichzeitig das Ende gesehen, Die Frau in der Mitte des Geschehens. Aus einer bösen Überraschung folgt bald eine schicksalhafte zweite, Menschen ändern und verändern sich, ein Film über eine Midlife-Crisis auch, die Einsicht, dass die Hälfte des Daseins vorbei und schlichtweg nicht mehr zu wiederholen ist. Die Wände haben Ohren hier, es wird geschnüffelt und spioniert, das Vertrauen gleich mehrfach gebrochen, die Konfrontation gesucht, mit dem jüngeren Gegenüber, ein böses Erwachen, kein Ausweg mehr, ein schneller Schritt in das Verderben, die Absichten und das Vorgehen geändert, eine Zweck- und Sinnlosigkeit und Hilflosigkeit mehr, trotz Lügen und Betrügen, die Polizei bald vor der Tür, 20 Minuten bis zum Abspann, es kann und wird noch viel passieren hier.