Schoooool's Out, For Ever
Ein bisschen "Clockwork Orange", ein bisschen "Death Wish", ein bisschen "The Warriors", ein bisschen mehr "Blackboard Jungle" - fertig ist eine der kultig-schmutzigen Perlen der frühen 80er. "Die Klasse von 1984" von Actionspezi Mark Renter ("Commando", "Showdown in Little Tokyo") war hierzulande lange Zeit verboten & ist nun endlich frei. Das gehört rebellisch & brutal gefeiert. Es geht um einen Musiklehrer, der mit seiner schwangeren Frau in eine neue Stadt kommt & an seiner neuen Schule mit der ansässigen Punkgang aneinandergerät. Die Gewalt bauscht sich immer weiter hoch & eskaliert in einem Revenge-Finale, dass sich gewaschen hat...
"Class of 1984" wirkt etwas übertrieben, fast apokalyptisch & ironisch, doch leider ist er eher vorausdeutend was da in der Realität noch kommen sollte. Nicht nur deswegen ein wichtiger & verkannter Film seiner Zeit. Mehr als nur ein exploitiver B-Flick, mehr als nur coole Klamotten, Graffiti auf jeder Schulwand und eine der bösesten & hassenswertesten Banden der Filmgeschichte. Wer auf die raue Seite der 80er steht, wird sich ohne Umwege in diesen bizarren Genremix verknallen. Brutal, düster, witzig - ein explosiver Cocktail. Zum Teil auch des schlechten Geschmacks. Ich liebe die punkige & aussichtslose Atmosphäre, selten fieberte man einer Rache so sehr entgegen. Das Finale birgt vollständige Befriedigung dieses Rache-Bedürfnisses. Und dabei sind es doch nur Kids... ;). Besondere Erwähnung verdient Alice Coopers sich im Ohr festkrallender Titeltrack, Roddy McDowell als durchknallender Bio-Lehrer oder Michael J. Fox in einer seiner ersten größeren Rollen. Viele Details die an der richtigen Stelle glänzen.
Fazit: Punk-Exploitation-High School-Sh*t - "Class of 1984" ist ein derber & sehr unterhaltsamer Eckpfeiler des "Gewalt-im-Klassenzimmer"-Subgenres. Stegman ist schon ein A-Loch das man liebt zu hassen, vielschichtiger als man meint... Unangenehm zukunftsweisend & endlich vom Index runter!