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„Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ – während sich dieser Rat bei Gewittern als Quatsch erwiesen hat, gilt er offenbar für Dämonenhorror. Zwar zählt der Titelgebende in vielen Sagen und Mythen als heiliger Baum, doch hier steht er als buchstäbliche Wurzel des Bösen.

Während Amber noch um ihren Vater trauert, versuchen sie drei Freunde abzulenken, indem man eine sagenumwobene Eiche ansteuert und ihren Stamm berührt. Der Legende nach soll es danach zu Hautausschlag an der Hand kommen, kurz darauf verschwinden die Betroffenen spurlos. Und tatsächlich wird einer der Freunde alsbald vermisst…

Leider verlässt sich die Erzählung nicht ausschließlich auf den Schrecken, welcher von dem Buchengewächs ausgeht. Auf Dramenebene wird viel auf Trauerbewältigung gesetzt, es gibt immer wieder Passagen, in denen es um Trost, Hoffnung, rückblickende Worte und Erinnerungen und einen Siebenjährigen geht, der verständlicherweise noch nicht realisieren kann, dass sein Vater als Geist nicht mehr in Erscheinung treten wird.

Diese Aspekte statten einige Charaktere zwar mit etwas mehr Tiefgang aus, doch dies geht zulasten des Horrors, welcher letztlich recht konventionell und überraschungsarm vonstatten geht. Allein, wie unspektakulär einige Personen vom Bösen heimgesucht werden, spricht Bände. Letztlich manifestiert sich das Grauen in Form einer dämonischen Krankenschwester, die in einem Zusammenhang mit dem Baum stehen muss, wonach hin und wieder eine verzerrte Fratze oder eine knorrige Gestalt zu sehen ist. Die dazugehörigen Erschreckmomente sind passabel in Szene gesetzt, doch sie sind einerseits rar gesät und erscheinen andererseits in ihrer visuellen Form nur allzu vertraut.

Bei der Eiche selbst versuchte man mithilfe von Hintergrundbeleuchtung etwas mehr Atmosphäre zu generieren, was nur bedingt funktioniert. Spätestens, sobald der Score von den tauglichen Synthesizer-Tracks zu Heavy Metal wechselt, ist überdies jede Gruselstimmung dahin. Etwas Nebel und eine subtile Herangehensweise an das unergründete Mysterium hätte womöglich ein wenig geholfen.

Stattdessen wird im finalen Akt die Brechstange bemüht und zumindest für einen nachvollziehbaren Background gesorgt. Ein Wurzelmonster ist als eine Art Endgegner total nahe liegend, die Bekämpfung des selbigen allerdings auch. Jedoch ergeben einige Szenen nach dem eigentlichen Finale wenig Sinn, es sei denn, man will sich ohne Rücksicht auf Logik eine Hintertür für eine eventuelle Fortsetzung offen lassen.

Letztlich mangelt es dem Drehbuch am klaren Fokus, was die deutlich zu lang geratenen 107 Minuten nicht selten untermauern. Der Horror kommt phasenweise deutlich zu kurz, während auch darstellerisch kleinere Abstriche zu machen sind, was ein altehrwürdiger Armand Assante in einer Nebenrolle nur bedingt ausbügeln kann.
Zündende Ideen, spannende Momente oder stimmungsvolle Szenen sind insgesamt zu rar gesät, um das Interesse dauerhaft zu halten.
4,5 von 10  

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