Review

"Hysterische Grasfresser!"

Nachdem der Viehdieb Alameda Slim auf einer weiteren Ranch sämtliche Rinder geplündert hat, erhält Milchkuh Maggie eine neue Bleibe auf der Farm Patch of Heaven. Aber auch dort sind die Zeiten alles andere als rosig. Die Farmerin Pearl schuldet der Bank eine hohe Summe und hat nur noch wenige Tage um die Summe zu beschaffen oder ihre Farm samt Vieh zwangsversteigern zu lassen.
Maggie überzeugt die alteingesessenen Kühe Grace und Mrs. Caloway in die Stadt zu ziehen um dort mittels eines Preisgeldes ihre Farm zu retten. Das Preisgeld wäre aber zu niedrig, daher entscheidet Maggie sich für die Jagd auf Alameda Slim, dessen Kopfgeld die Schulden aufwiegt. Sehr zum Leidwesen der konservativen Mrs. Caloway machen sich die Kühe auf die Suche, rivalisiert von dem Revolverhelden Rico und dem Pferd Buck.

Der von Disney als letzter handgezeichneter bezeichnete Film "Die Kühe sind los" widmet sich dem totgesagten Wilden Westen. Disney lässt seinen Faible für sprechende Tiere hierbei genauso einfließen, wie auch seine typisch klischeehaften Charaktere, die diesmal besonders lieblos gestaltet wurden.

Überraschend fällt der freche Wortwitz aus. Die unerwartet drastische Wortwahl kennt man so bisher eher von Produktionen des konkurrierenden Studios Dreamworks. Generell dient diese Art des Humors eher dazu, ein erwachsenes Publikum zu unterhalten. Da die Handlung jedoch strikt linear ist und nicht viel zu erzählen hat, sind auch viele Gags vorhersehbar oder lassen nur Kenner des Western-Genres schmunzeln.

Der konventionelle Zeichenstil ist ansehlich, lässt aber bei den Hintergründen Details missen. Die Figuren sind hübsch animiert und die digital unterstützten Szenen sorgen entweder für ein wohliges, räumliches Gefühl oder temporeiche Action. Gerade gegen Ende des Films stellt sich die Wahl der Perspektiven als gekonnt heraus.
Weniger gekonnt sind die obligatorischen Gesangseinlagen. "Die Kühe sind los" verspielt hier eine Menge seines Potentials, denn einprägend ist der Soundtrack zu keinem Zeitpunkt.

"Die Kühe sind los" ist ein sehr formelhafter Disney-Film. Mit seiner gnadenlos überzogenen Präsentation ist der Hang zum Trash kaum zu übersehen. Den leicht angestaubt wirkenden Zeichenstil kennt man eher von älteren Werken, die Animation und die Effekte sind jedoch ansehlich. Letztendlich scheitert der Zeichentrickfilm aber an seiner dünnen Handlung und dem zwar erfrischend frechen aber vorhersehbaren Humor.

4 / 10

Details