Review

Von Samuel Goldywyn Films solide präsentierter Beitrag des unermüdlichen Schaffens seitens von Michael Jai white für den Bestand und die Erweiterung des Genres an Action und Crime, Abteilung B-Picture, oft in der Hauptrolle, selten als Zusatz, als Beigabe, hier in der Titelrolle gar und für die Black Action Cinema Kollegen. Die weitere besetzung durchaus statthaft und bekannt, es geht und Straßengewalt, Drogenkriminalität und Polizeikorruption, um den Zustand der inneren Städte Amerikas, weniger im Realismus als als Modernisierung des Siebziger Jahre Kinos, tonal bereits im Intro angepriesen und auch das folgerichtige Motto: 

Der von seinen Polizeikollegen geschasste und nun im Ruhestand befindliche Oscar Shaw [ Michael Jai White ] stößt eines Tages auf die Leiche seines Freundes Ray Jay [ Tyrese Gibson ], ebenfalls ein früherer Polizist, zudem werden einige höhere Geldbeträge bei diesem gefunden. Unter Aufsicht von Commander Frank Archer [ Vince Jolivette ], der mit verantwortlich für den Rausschmiss von Shaw war, nehmen die Detectives Nina Perez [ Cecile Cubiló ] und Chuck Ross [ Rich Pau ] die Ermittlungen auf, während sich Shaw, der jetzt nur noch den Zuspruch eines gleichsam befreundeten Pubbesitzers Ernie [ Isiah Washington ] weiß, bald genauer in seinen Straßen umsieht. 

Die Gegend heruntergekommen, beschmutzt, kühl und kalt nicht nur während der Nacht, der Bass wummernd, das Licht am Ende des Tunnels ist eine Drogenkammer, das Hinwegträumen aus dem Elend, für wenige Minuten zumindest nur. Die Autos kantig statt schnittig, das Areal bedrohlich, ein erster Überfall, eine Schutzgelderpressung in einem Drugstore, die Waffe gezogen, die Worte lauter, die Antwort entsprechend, eine Schießerei im Ausbrechen, Tote auf dem Boden, dazu Kollateralschäden auch, die simple Bevölkerung mit hineingezogen in den Krieg, dann kommt Oscar Shaw. Mit geeigneten Auftreten, mit passender Musik gehalten, mit seliger Erinnerung an Kelly, Roundtree, Williamson und Co., ein breitschultriges Benimm des Recken, in dessen Umzeichnung auch manch bessere Stuben, sauber und gewient, leer am Morgen auch. Erst der Kaffee zum Wachwerden, dann das Hochprozentige zum Erfrischen, das Nachhängen von Idealen und das Nachtrauern von Ehedem und Früher. Die ersten Gespräche aufschlussreich, drei Personen in der Konzentration, die drei Personen auf dem Poster, White, Gibson und Washington, dazu viel Reputation und schnelle Anspielungen und Referenzen, eine forsche Position. Um Geld geht es, wie immer, um das Überleben, "what's that piece for?", der Shootout im Drugstore wird erwähnt, die .45er im Halfter, die Polizei ignoriert bis abgeschoben. 

Shaw ist edel im Anzug, auf die Form gebracht und zugeschnitten, es wird sich informiert und orientiert, "sorry for the loss", die Nachbarschaft abgeklappert und besucht, die erste Kommunikation geführt, wieder die Waffen im Anschlag, oft willkürlich und ohne jede Provokation. Shaw dabei herausstechend aus dem Milieu, vom Anzug her schon und dem Benimm und Auftreten, dabei an die Seitenlinie geschoben, Probleme von früher, die noch anhalten und wo auch noch einige beizeiten hinzukommen. Der Aufbau dabei vergleichsweise ruhig, die Inszenierung formell bis übersichtlich, Hinweise hier und da auf das Kommende und weitere Prozedere, das kriminelle Geschehen andauernd, ein versuchter Autodiebstahl wird verhindert, die .45er nützlich dabei und gleichzeitig ein Problem, geht man anfangs mit Andeutungen vor und mit Suspense und Thrill statt der schlichten Aktion. Einiges im Film ist nur Fassade, ist Gewohnheit, ist Anpassung an die Umstände, werden die üblichen Riten und die üblichen Momente ausgeübt und eingeflochten, der zu gute Anzug zum Spazieren gehen, die frühe Meditation, die Standardmomente im Alltag, dann die hereinbrechende Bedrohung, das ungute Gefühl, das eigene Nachforschen. Als dunkler Krimi beginnt man, die Polizei in der Wohnung des Freundes, der zu spät war für ein Treffen, auch hier ein Toter auf dem Boden, die Tat selber nicht gezeigt, der Täter nicht, die Gründe nicht vorhanden, "what happened?", eine Investigation, eine Untersuchung. Ein dramatischer Augenblick, ein dramaturgischer, trotz der Co-Regie des ansonsten höchst durchschnittlichen R. Ellis Frazier hinter der Kamera, hier vergleichsweise auf Gold stoßend und dies honorierend. Die Optik aktuell, die Farben etwas gedämpft, viel dunkles Blau und Grau und etwas abgestumpftes Weiß, die Inszenierung ruhig, die Handlung ausgebreitet, eine versuchte Legendenbildung. 

In der Stille liegt die Kraft hier, die Momente des Sinnierens und Bewusstsein Machens der Herausforderungen und der Optionen, das Nachdenken an Vergangenes, das Zulassen von Schwäche und Trauer auch, das sich drum Kümmern. Betrachtet wird nicht nur die Hauptrolle, sondern (ein wenig) auch die Arbeit der Polizei, der offiziellen Gesetzeshüter, die Nebenbesetzung zweckdienlich bis hilfreich, der Film reifend und die bewusst reifend in seiner Langsamkeit, die erforderliche Bedeutung erreichend, welche ansonsten im Schaffen von White weniger von dem Schauspieler bzw. den Filmemachern gesucht wird, meist der straffe Actionthriller angepriesen, die kurze Unterhaltung, nicht das Schmerzhafte und das Situative, nicht das Augenmerk auf eine personelle Zeichnung. "Come on, brother, please" hier wichtiger als das forsche Eruptive, ein Porträt tatsächlich versucht und tatsächlich auch geschaffen, die Einstellungen reihen sich einander und ergeben eine Formulierung; welche auch Geduld fordert zum Zuschauer und Beharrlichkeit und Konzentration. Eine Abkehr in das Sedative, die gleichen Routinen auch am nächsten Tag, ein Verlust gemacht und spürbar, eine Beerdigung ausführlich betrachtet, die Verhaltensweisen der Figuren, einleitend das zweite Drittel, der Vorlauf länger und bezeichnend, dann die ersten ermittlungstechnischen Hinweise, ein Rückfall in die Extreme, die Provokation und Konfrontation; "I appreciate you're telling me.

Klischees in der Erzählführung werden dabei nicht vermieden, fast gesucht gar, das Sorgen um ein fremdes Kind, die Geschichte mit der Exfrau, der Fels in der Brandung der umtriebigen Nachbarschaft, der Alleingang des Recken, das Hineinstolpern in die zunehmend brenzlige Lage, der Gang in das Niedere im Rondell, das Akzeptieren der Budgetgrenzen und der Kreativität, die einzählige Schauplatzauswahl, das Stochern im Ungewissen, das Weglassen moralischer Diskussionen, die vielen Pistolen im Gesicht des Gegenübers, ein "I don't want no trouble", ein "They might be back", das Stellen der Herausforderung.

Details
Ähnliche Filme