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Durch ein viral gehendes Handy-Video zieht der Teenager Owen Marshall die Aufmerksamkeit eines gwissen Mark Doucette auf sich, der den Jungen in seinem Haus überfällt und dessen Mutter Kathy vor seinen Augen ermordet... und nur in letzter Sekunde von Owens bestem Freund Ricky in die Flucht geschlagen werden kann. Derart traumatisiert brechen bei Owen - dessen Name in Wahrheit Cameron ist - längst verdrängte Erinnerungen wieder hervor und er muss erkennen, dass er im Grundschulalter bereits schon einmal von dem Pädophilen Doucette und dessen Partner Andy entführt wurde und den beiden Kinderschändern damals nur knapp entkommen konnte. Owen/Cameron macht sich auf, um Doucette auf eigene Faust aufzuspüren und Rache zu nehmen... Mal wieder was ganz Seltenes... ein billiger Film jüngeren Datums mit Eric Roberts, der tatsächlich gut ist! Als ein im kleineren Produktions-Rahmen aufgezogener und teilweise durch Crowdfunding finanzierter Independent-Streifen mit einem einzigen bekannten Namen im Cast (halt eben Roberts, der sich in seiner schieren Arbeitswut gemeinhin ja für nichts zu schade ist) sieht "An Angry Boy" auf den ersten Blick aus, als müsse man sich nicht viel von ihm erwarten, aber in Wahrheit entpuppt er sich dann doch schnell als Genre-Beitrag, wie man ihn sich wünscht: Auf allen Ebenen mehr als solide gemacht, keinesfalls vorhersehbar, was den Verlauf der Handlung anbelangt und mit genügend eigenen Kanten und Widerhaken versehen, dass man ihn im Anschluss auch nicht so schnell wieder vergessen dürfte. Im Vorfeld allzu viel über die Geschichte zu verraten, verbietet sich da natürlich, denn der Impact ist dann am größten, wenn man da von so manch unerwartetem Erzähl-Schlenker kalt erwischt wird. Das Potenzial, auf eine ziemlich eigentümliche Art und Weise zu verstören, hat "An Angry Boy" nämlich durchaus. Trotz kleinerer Torture-Porn-Anleihen und brutalen Spitzen geht man in Sachen Blut und Gewalt nicht gänzlich in die Vollen, was allerdings auch überhaupt nicht nötig ist, denn der Inhalt an sich geht einem schon genug an die Nieren, auch wenn Regisseur Andrew Fitzgerald die ziemlich heikle Thematik seines Anti-NAMBLA-Thrillers keinesfalls sensationsgierig ausschlachtet. So kann man das Ganze tatsächlich als ziemlich positive Überraschung abfeiern, zumal sogar Eric Roberts selbst mit seinem schlangenhaftem Charme in einer Nebenrolle zur Abwechslung wieder unter Beweis stellt, dass er ja durchaus mal zu Recht für einen Oscar nominiert gewesen ist...

8/10

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