Inhalt: Eine junge Frau wird wach. Wir folgen ihren Ritualen, Rauchen, Tee kochen und Frühstücken. Sie arbeitet offensichtlich zuhause mit einigen Kolleginnen für ein Dating-Portal. Abends bekommt sie Besuch von einem jungen Mann. Dieser wird bekocht und schaut beim Essen lieber auf die Mattscheibe. Ohne große Worte verschwindet er dann wieder und lässt die Frau mit verzweifeltem Blick zurück. Als sie sich dann zu Bett legt hört sie Geräusche aus dem Schrank. Bei der Überprüfung findet sie ein Lebewesen, einer Krake sehr ähnlich, mit langen Tentakeln. Das Wesen faucht erst, scheint erschrocken, beginnt dann aber gleich seine Tentakel unter ihre kurze Hose zu schieben und sie zu beglücken. Am nächsten Tag das gleiche Prozedere, bis einige ihrer Kolleginnen, offensichtlich vom Wesen angezogen, in ihrem Schlafzimmer verschwinden und sich mit dem Wesen vergnügen. Die Protagonistin lässt gewähren, hat ja abends noch genug Zeit, mit dem Wesen zu kommunizieren. Auch der Sprachlose vom Abend findet irgendwann Gefallen am Wesen des, äh, „Außerirdischen“. Dieses Wesen ist kein Einzelfall. Es tauchen mehr auf und sie breiten sich aus. Ein junger Mann findet ein solches in seiner neuen Wohnung und zeigt es einer Freundin beim Kaffee in einer Bar. Sie füttern es mit Erdbeereis. Später finden sich diese Wesen überall. In Fußgängerzonen, an Strommasten. Und so werden sie dann auch wahrgenommen, wie Vögel oder Obdachlose…
Hier höre ich auf. Rest selber sehen!
Der Film ist in Schwarz-weiß gedreht und benötigt wenig Dialoge. Das Gesehene erklärt sich meist von selbst. Da diese Version nur mit französischen UT daher kommt, sollte man vielleicht etwas französisch beherrschen oder ab und zu übersetzen. Ansonsten lässt er sich gut folgen. Es gibt nach Beginn viel nackte Haut zu sehen, ohne explizit zu werden. Extraneous Matter ist soviel Porno oder Sexfilm wie The Gesuidouz Splatter war. Er hat eher Ähnlichkeit mit Sonos Whispering Star. Nicht nur der Ruhe wegen und des s/w, auch wegen der Entschleunigung. Hektik ist hier kaum zu finden. Auch die Absurdität des Films passt zu Sono oder auch zu Uganas Visitors. Die Wesen könnten aus der Werkstatt von H.R.Giger stammen und der Umgang mit ihnen im weiteren Verlauf kommt der hypothetischen Realität sehr nahe: Später werden sie zu einem Entsorgungsproblem. Insgesamt kommt der Film eher einem Kammerspiel gleich. Wenig Schauspieler, selten Außenaufnahmen. Die Musik ist wieder wohl gewählt, von sexy Elektrobeats zu den Sexszenen bis ordentlich Blues im Café, das Bild ist perfekt. Es gibt auch hier wieder Verweise auf bahnbrechende Filme, diesmal an E.T. Ein Bonsai-Bäumchen ist die Konstante des Films. Er taucht regelmäßig auf. Der Film gliedert sich in 3 Kapitel, alle mit etwas Abspann. Am Schluss noch etwas Epilog, fertig ist das skurrile und am Ende sehr melancholische Meisterwerk, das mich staunend, mit offenem Mund, zurücklässt. Mehr davon!!
10/10 Punkte fürs Staunen