Review

Ein Film über Taxifahrer im nächtlichen Einsatz - dieses Motiv kommt dem Filmfreund irgendwie bekannt vor, doch "3 A.M." hat nichts gemein mit Besson's Action-Klamotte "Taxi Taxi" und nur oberflächliche Ähnlichkeiten mit Scorseses Epos "Taxi Driver"; auch "Night on Earth" taugt trotz seiner episodischen Struktur nicht zum thematischen Quervergleich.

Produziert u.a. von Spike Lee, der sich einen Cameo-Auftritt gönnt, wirkt "3 A.M." zunächst wie ein B-Movie, zumindest aber dürfte sich das Budget in einem überschaubaren Rahmen gehalten haben. Das aber tut der Qualität dieses wohl weithin unbekannten Streifens nur wenig Abbruch. Erzählt werden wichtige Elemente der Lebensgeschichte einer kleinen Crew von Cab-Drivern in New York während des überschaubaren Zeitraumes einer Nachtschicht. Im Verlaufe dieser Nacht kreuzen sich mehrmals die Wege der Protagonisten auf zum Teil dramatische Weise (Unfall, Verbrechen und Wahnsinn). Die ganze Story - obwohl sie explizit von den gewaltförmigen Verhältnissen spricht, denen die handelnden und getriebenen Figuren sich ausgesetzt sehen - ist geradezu iebevoll, mit einem Schuß Romantik, wenn auch manches Mal ein wenig hausbacken in Szene gesetzt worden; die zum Teil prominenten Darsteller (Danny Glover, Pam Grier und Michelle Rodriguez sind dem Filmfreund wohl vertraut) wissen zu überzeugen, und auch einige humoristische Einlagen hellen zwischendrin die insgesamt sehr schwarz-atmosphärische, gewaltgeladene nächtliche Kulisse auf.

Positiv zu erwähnen ist noch der Soundtrack, für den Branford Marsalis (älterer und weniger bekannter Bruder von Wynton) verantwortlich zeichnete.

Am Ende erweist sich dieser Film als eine durchaus sehenswerte Studie menschlicher Überlebensstrategien im Big Apple heutiger Tage. Okay, kein Megabrüller für die Ewigkeit, aber ernsthafte und überdurchschnittliche Kinokost, für die es wenigstens 7,5/10 geben sollte..

Details
Ähnliche Filme