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Der direkte Nachfolger von „Der Gendarm von St. Tropez“ war nicht „Der Gendarm heiratet“, sondern „Der Gendarm vom Broadway“.

In diesem, ebenfalls von Jean Girault inszenierten Streifen geht der Gendarm Ludovic Cruchot auf große Reise, denn er soll, gemeinsam mit seinen Kollegen nach New York zu einem Kongress, auf dem sich sämtliche Polizeidelegationen den verschiedensten Länder treffen und untereinander austauschen. Cruchots Tocher würde liebend gern auch mitfahren, doch der Papa darf nur allein reisen und schließlich ist das Ganze kein Vergnügen.
Nicole lässt sich jedoch nicht beirren. Als blinder Passagier checkt sie auf dem Kreuzfahrtschiff ein, dass ihren Vater und dessen Kollegen nach Amerika bringt. Drüben angekommen wird sie jedoch entdeckt und auf die Polizeistation gebracht. Hier trifft sie auf einen Reporter, der ihre Story aufnehmen will und ihr verspricht, dass sie berühmt wird, zumal sie ja eine begnadete Singstimme besitzt.
So ist ihr Aufenthalt in New York für’s erste gesichert, doch muss stets auf der Hut sein ihrem Papa nicht über den Weg zu laufen und das ist gar nicht so einfach, denn der gute Cruchot entdeckt sie schon bald an verschiedenen Orten. Er beginnt an seinem Verstand zu zweifeln. Das kann doch nicht sein, schließlich ist seine Tochter doch daheim. Denkste! Und als ihm das endlich klar wird und sie sich ihm zu erkennen gibt ist das Chaos perfekt. Wie bekommt er sie nun wieder zurück, ohne das seine Kollegen etwas davon merken. Denn wenn die spitz kriegen, dass seine Tochter als Blinder Passagier ins Land kam ist seine Karriere vorbei.

Nachdem „Der Gendarm von St. Tropez“ so erfolgreich war, wollte man weitere Abenteuer mit der verrückten Polizeitruppe und dem Gendarm Cruchot bringen. Mit der Geschichte in New York verfrachtete man das hauptsächliche Geschehen zudem nach Amerika und bot dem Publikum damit einen Blick über den Teich.
Louis de Funes ist hier einmal mehr in seinem Element und gibt den am eigenen Verstand zweifelnden Vater unheimlich körperbetont und in der von ihm so geliebten Form. Seine Kollegen sind dabei wieder ziemlich blöd und zuweilen auch etwas nervig. Schwenkt das geschehen aber zu Cruchots Tochter, wieder ansehnlich verkörpert von Geneviève Grad, wird’s im Zusammenspiel mit de Funes einfach nur unheimlich komisch. Als etwas fehl am Platze empfinde ich die Musical Einlage, nachdem Cruchot frisches Fleisch gekauft hat und dieses von Straßenrowdies gestohlen wird. In dieses Tänzchen mischen sich nämlich auch die auftretenden Polizisten ein, währen de Funes nur wütend hin und her stolpert. Das sollte wohl an West Side Story erinnern, passt aber irgendwie nicht hier rein.

Alles in Allem ist „Der Gendarm vom Broadway“ ein unterhaltsames Filmchen und spricht all jene besonders an, die sich an den Gendarm Filmen erfreuen können und die auch vor etwas alberner Comedy nicht zurückschrecken. Louis de Funes ist über jeden Zweifel erhaben, seine Kollegen spielen wieder sehr gut und auch seine Filmtochter Geneviève Grad weiß, besonders mit ihrem Aussehen, zu begeistern.

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