Review


Inhalt:

Ling Xi (David Chiang) stammt aus einem angesehenen und reichen Hause. Zum Leidwesen seines Vaters Ling Yannen (Lu Ti) vernachlässigt er die Arbeiten zu seinem Studium, und dies tut Ling Xi aus 2 Gründen:

Zum einen ist da sein grell-orangefarbenes Cabrio, an dem Ling Xi ständig Reparaturen und Verbesserungen ausführt, was schon viel Zeit in Anspruch nimmt.
Zum anderen ist da ein blutjunges Mädchen, Cindy Xing (Agnes Chan), noch nicht mal 16 Jahre alt, in die Ling, selbst 21jährig, hoffnungslos verliebt ist.

Das Mädchen erwidert seine Gefühle und ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Cindy, sie träumt von einer Kariere als Sängerin, und als solche tingelt sie durch die Tanz-Clubs der damaligen Kronkolonie.
Und auch Cindy entstammt einem konservativen Elternhaus. Ihr Vater (Yang Chih Ching) sieht diesem Treiben mit Argwohn zu, und verbietet Cindy schlussendlich die Singerei. Ihr Vater zerstört sogar die von ihr heißgeliebte Gitarre.

Als Cindy´s Vater auch noch von der Liebschaft seiner Tochter zu Ling Xi erfährt, ist der Ofen endgültig aus. Er lehnt den jungen Mann und die Beziehung seiner Tochter zu ihm, auch unter Hinweis auf deren Alter, rigeros ab. Cindy steht vor dem nervlichen Zusammenbruch....

Nunmehr will Ling seine junge Geliebte zu sich nehmen. Doch jetzt bricht der Generationskonflikt mit seinem Vater offen aus. Dieser versucht Ling verzweifelt zu erklären, dass all dies keine Lösung ist, dass es nun mal aus seiner Sicht gesellschaftliche Sachzwänge und Konventionen gibt, denen sich keiner so ohne weiteres entziehen kann.

Für Ling ist das alles schwer einsehbar. Er will Fakten schaffen, die beiden beschließen abzuhauen und ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen.
Beide leben gemeinsam in einer kleinen Wohnung, Ling verdingt sich als Automechaniker in einer kleinen Werkstatt, Cindy bessert das Haushaltsgeld durch ihre Auftritte auf.

All dies geht eine zeitlang gut, doch bleiben beide nicht unentdeckt. Ein Freund (Alexander Fu Sheng) des Hauses Xin entdeckt Cindy, als sie in der Bar singt, und verständigt Mutter Xin (Lam Jing). Doch ist Vater Xin bereits auf dem Weg zu Ling Yannen, um diesen zur Rede zu stellen.

Als Ling´s Schwester (Kong Ling) und deren Bekannter ihr defektes Auto in die Werkstatt bringen, entdeckt sie natürlich Ling.
Sie informiert daraufhin ihren und Ling´s Bruder Ling Zhao (Ti Lung), der gerade von einem dreijährigen, auswärtigen Studienaufenthalt zurückgekehrt ist.

Vater Ling gibt für seinen heimgekehrten Sohn gerade eine Wellcome-back-Party, und Ling Zhao verlässt diese, um seinen Bruder zu dieser Party zu holen...., Vater Xin trifft just in diesem Moment ein....., und als dann noch Ling Zhao mit Ling Xi zur Feier zurückkehrt, fliegt alles auf!

Es kommt auf der Feier zum handfesten Skandal. Die Party-Gesellschaft erfährt von der -in ihren Augen- unstandesgemäßen Beziehung Ling Xi´s und Cindy´s.... und Ling Zhao beschließt daraufhin, Cindy wieder zu ihren Eltern zu bringen und den Familien-Helden zu spielen.

Es gelingt Ling Zhao, das Paar voneinander zu trennen, eine völlig aufgelöste Cindy ist nunmehr wieder zu Hause. Ling Xi verliert nunmehr den Halt..., er liefert sich eine heftige Prügelei mit seinem Bruder, zweimal schlägt er sich mit der Polizei, wandert für ein paar Tage ins Gefängnis, und der Job in der Werkstatt geht natürlich flöten.

Ling Xi ist nunmehr alles egal..., er will sich an der Gesellschaft rächen, und nimmt mit der Schläger-Gang des skrupellosen Zhou (Chiang Tao) Kontakt auf, eines der Banden-Mitglieder hatte er im Gefängnis kennen gelernt.
Ling gefällt sein neuer Umgang..., hier sind die Regeln klarer, hier gibt es auf schwierige Fragen leichte Antworten.
Die Bande hat sich darauf spezialisiert, in den Bars der Stadt alles kurz und klein zu schlagen, Personal und Gäste zusammenzuschlagen, und die Kasseneinnahmen mitgehen zu lassen.
Die Bande ist stadtbekannt, und Ling gerät zunehmend in die Schlagzeilen der Hongkong-Presse.

Als Zhou aber auch vor Mord nicht zurückschreckt, hört es für Ling auf. Er legt sich mit Zhou an...., der und seine Männer sind brandgefährlich.... und werden immer unberechenbarer....., das Schicksal nimmt seinen Lauf...........


Fazit:

Bei meinem mühseligen Weg, von meinen Arbeiten für eine einst bestehende website, die sich dem Thema "Shaw Brothers" widmete, zu retten was zu retten ist, bin ich nun bei diesem vorliegenden Jugend-Drama Chang Cheh´s angelangt.
Für mich ist es nicht einsehbar, dass all diese Arbeiten nicht einer Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung stehen..., dafür war das zuviel Arbeit.
Letztendlich kann aber nur ein Ausschnitt von etwas mehr als 100 Arbeiten hier vorgestellt werden...., der Extrakt sozusagen.
Die einst Verantwortlichen haben zum 01.04. diesen Jahres beschlossen, ganz auf buntes Merchandising und zu abonnierende Inhalte zu setzen, und nicht mehr auf die Analyse der Werke dieses Studios, auf die Menschen dahinter und ihre Arbeit. Nun denn...., das ist zu akzeptieren.
Derweil brodelt die Gerüchte-Küche, wann denn diese neue website online gehen wird. Zum 01.06. heißt es derzeit..., oder zum 08.06.2012... zur Eröffnung einer Meisterschaft im Fußball, damit das dortige Forum einen Aufhänger hat. Fußball als Aufhänger für ein Forum innerhalb einer website mit Film-Thematik...., auch gut.

Na ja..., für mich ist das ja alles nicht mehr wichtig. Widmen wir uns ... "The generation gap":

So lautete der Titel des KungFu-Jugend-Dramas mit Anlaufschwächen, das hier von Chang Cheh 1973 in Szene gesetzt wurde. Der Film gefiel mir insgesamt relativ gut, auch wenn er Startschwierigkeiten hat, und Chang Cheh sich wohl nicht ganz darüber im Klaren war, ob er jetzt ein Sozial-Drama drehen wollte, oder aber einen KungFu-Reißer mit spätpubertierenden jungen Erwachsenen....

So lässt sich denn Chang Cheh mit dem Aufbau seines Films sehr viel Zeit. Agnes Chan darf mehrere Songs komplett austrällern, und der Storyaufbau ist sehr subtil, beinahe schleppend, gehalten. Doch man steigt trotzdem schnell dahinter, was uns der Regisseur hier sagen will.

Es geht um den Konflikt der Generationen, um das Aufbegehren junger Erwachsener gegen bestehende Konventionen, gegen gesellschaftliche Zwänge.
2 junge Menschen kämpfen um ihre Liebe, eine Liebe, die von der überwiegend eben konservativ eingestellten Gesellschaft so nicht akzeptiert wird.
Doch greift in diesem Streifen keinesfalls das Lolita-Prinzip. Denn dafür ist Agnes Chan viel zu wenig auf eine Vamp-Rolle, auf eine Rolle der großen Verführerin, festgelegt. Sie ist eher ein einfaches Mädchen, niedlich anzuschauen und eher männliche Beschützerinstinkte weckend als sexuelle Gelüste.

So steht man denn als Zuschauer, zumal aus heutiger, offenerer Sicht, auf Seiten des Paares. Doch so einfach ist das denn doch wieder nicht. Chang Cheh gelingt es, trotz aller Zähigkeit seines Werkes, in seinem Streifen beim Zuschauer ein letztendlich doch eher zwiespältiges Gefühl auszulösen hinsichtlich der Frage: Wer hat nun Recht..., die jungen Leute, oder doch deren Eltern und der ältere Bruder.....?

Ich stellte mir diese Frage während des Films einige Male..., und ich kann die Eltern durchaus verstehen. Ich kann die beiden Väter -im Film- Lu Ti und Yang Chih Ching, sogar sehr gut verstehen! 
Sie tun das was sie tun letztendlich FÜR ihren Nachwuchs. Sie sehen die Probleme die langfristig früher oder später das Paar belasten werden, sie sehen die Probleme, die beide gesellschaftlich haben werden, und wollen beide davor bewahren...

Das ist von Chang Cheh zwar anfangs etwas gemächlich, und vielleicht auch von den Songs gestört, inszeniert..., doch man versteht die Aussage im Verlauf des Films immer besser, und man wird als Zuschauer zum Nachdenken angeregt.
Für einen Film dieses Regisseurs ist diese Darstellung des Generationenkonflikts schon relativ gut umgesetzt, zumal Chang Cheh auch einen unterhaltenden Film machen wollte..., und sich da aber auch etwas verheddert zwischen den Genres, die er hier mischen wollte.
Chang Cheh setzt hier auch mal den Zeigefinger auf den gesellschaftlichen Druck, der auf der Jugend lastet..., er setzt ihn aber noch dezent ein.

Die Darsteller...., nun, ich sprach es an, Lu Ti und Yang Chih Ching brillieren geradezu als konservative Väter. Man merkt es ihnen an, eigentlich nur -aus ihrer Sicht- das Beste für ihren Nachwuchs zu wollen, doch verheddern sich beide Väter auch in ihren strikten Methoden ihren Willen durchzusetzen...., das ist schon gut gespielt von den beiden Shaw-Haudegen. Yang Chih Ching ist der konservativere von den beiden...., er setzt sich sogar zu Hause mit Anzug in den Sessel, um Zeitung zu lesen.

Natürlich ist dies ein David-Chiang-Film..., er spielt die Hauptrolle. Aufmüpfig...., sauertöpfisch... agiert er als unglücklich verliebter Jungspund..., Einsatz und Intensität stimmen soweit. Auch kampftechnisch kann Chiang soweit überzeugen..., zu den Fights komme ich noch.

Ti Lung, Chiang´s Dauerpartner bei Shaw in jenen Jahren, hat hier quasi eine Nebenrolle..., er spielt die Rolle des bornierten Bruders absolut solide, ein konservativer Schleimi vor der Erwachsenen-Welt.

Bonuspunkte gibt´s für Ti Lung natürlich noch für den kernigen Fight gegen David. 
Agnes Chan, sie spielt ebenfalls für ihre Verhältnisse -sie war ja eigentlich hauptberuflich Sängerin- gut..., sie ist unglücklich verliebt, steht zwischen ihrem Freund und ihren Eltern und ist verzweifelt, das spielt sie gekonnt.
Doch merkt man gerade hinsichtlich Chan, dass der werte Onkel Cheh mit den Frauen-Rollen so seine Probleme hatte: Agnes taucht ganz einfach die letzte halbe Stunde des Films nicht mehr auf, ihr Schicksal bleibt ungewiss, denn nunmehr konzentriert sich Chang Cheh ganz auf David´s Rache an der bösen Gesellschaft..., und damit auf die KungFu-Action.

Auch die anderen weiblichen Rollen bleiben in ihrer Darstellung einförmig, so Lam Jing als verzweifelte Mama von Cindy, oder Ling´s Schwester, dargestellt von Kong Ling ("The black tavern"). Schönste Darstellerin für mich in diesem Streifen ist die Gangster-Braut Chiang Tao´s (der die Rolle des Zhou gewohnt gekonnt verkörpert), Ko Ti Hua..., das chinesische Starlet bringt den Sexappeal in den Streifen, doch bleibt auch ihre Rolle einförmig.

2 Darsteller haben noch kurze Gast-Auftritte: Shek Tien, der hagere Darsteller agiert gekonnt als aalglatter Kellner..., und Alexander Fu Sheng, der hier vor seiner schillernden Kariere noch ein letztes Mal als kleiner Nebendarsteller Kamera-Erfahrung tanken durfte.

Chang Cheh´s Streifen "The generation gap" ist quasi ein zweigeteilter Film...., dies mag man als Manko betrachten. Im letzten Drittel driftet der Streifen endgültig ins KungFu-Schema. Jetzt dominieren kernige, raue KungFu-Fights..., für die Lau Kar Leung die choreographische Verantwortung trug. Schmissige, raue KungFu-Kämpfe im Streetfight-Stil, zuzüglich knackigem dubbing.
Wendig agiert hier David Chiang...., es sind kurz gezogene, tief gehaltene Tritte, doch sind diese effizient und kurz nacheinander "abgefeuert".
Es macht Spaß hier zuzusehen..., und die Fights werden immer besser im Verlauf des Finales. Es ist ein Genre-Mix, den uns hier Chang Cheh serviert....

Als Gesamt-Konstrukt kann der Film Chang Cheh´s trotz mancher Mankos noch überzeugen...., die reinen KungFu-Actioner lagen dem Regisseur aber besser..., solide 7/10 Punkte vergibt vielleicht nur ein eingefleischter Fan des Studios der Shaw Brothers.

 

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