Review

Für das titelgebende Abrissteam braucht es natürlich keine filigran anmutende Feingeister, sondern zwei Maschinen, die in jeder Situation ordentlich zulangen. Schon insofern hat Regisseur Angel Manuel Soto alles richtig gemacht, denn der Actioner lebt in erster Linie vom launigen Zusammenspiel der beiden Protagonisten.

Zehn Jahre sahen sich die entfremdeten Halbbrüder Jonny (Jason Momoa) und James (Dave Bautista) nicht. Doch nach dem Tod ihres Vaters, seines Zeichens Privatermittler, müssen sich die zwei zwangsläufig zusammenraufen, um einerseits den Tod ihres Vaters aufzuklären und andererseits die Unterwelt auf Hawaii aufzumischen…

Hawaii bietet eine erstklassige Kulisse, die hier oft mit farbenfrohen Landschaften ein ansprechendes Fundament liefert. In diese fügen sich die beiden Hauptdarsteller recht gut ein, zumal Momoa hier geboren wurde und Bautista mit entsprechender Kleidung und ein wenig Wohlwollen als Hawaiianer durchgeht.

Die Action lässt indes nicht lange auf sich warten, als Cop Jonny in seinem heruntergekommenen Domizil von Schergen der Yakuza aufgesucht wird und Wert darauf legt, bei den raubeinigen Auseinandersetzungen stets etwas Alkohol griffbereit zu haben. Die saubere Choreographie und die herbe Gangart (Zweckentfremdung einer Gemüsereibe) machen durchaus Lust auf mehr.

Zwischenzeitlich erdet man die Hauptfiguren ein wenig mithilfe ihres sozialen Umfeldes, lässt die beiden mit flotten Sprüchen gegeneinander sticheln und selbstverständlich kloppen sie sich noch auf dem Höhepunkt ihrer Streitigkeiten. Leider fallen die Fieslinge demgegenüber nicht so stark ins Gewicht, da es hier kaum ebenbürtige Endgegner gibt und die Aktionen der Fieslinge eher auf den Showdown begrenzt sind. Wobei deren Schergen immer mal wieder aktiv werden, um das Geschehen in Sachen Action am laufen zu halten.

Entsprechend geht mal im Verlauf rasch zum Gebrauch von Schusswaffen über und besonders fulminant gerät der Angriff auf einem Highway, als gar ein Beschuss durch einen Helikopter erfolgt, während kaum abzuschüttelnde Motorradfahrer ebenfalls für buchstäblichen Zündstoff sorgen. Gewalttechnisch werden auch schon mal Arme abgerissen oder eine Kehle von hinten durchbohrt, während geballte CGI eher selten als solche durchschimmern.

Handwerklich ist da wenig auszusetzen, die Choreo geht voll in Ordnung, während Kamera und Schnitt für ein effektives Timing und einen latent rauen Ton sorgen. Im Ausgleich dazu gibt es einige 80er Songs, was mit einem angemessen platzierten Song von Phil Collins endet, während der Score mit E-Gitarre durchaus anzutreiben weiß. Gleiches gilt für die Spiellaune und die Chemie zwischen Momoa und Bautista, wobei auch sämtliche Nebendarsteller mit Elan dabei sind.

Natürlich folgt die simple Story keiner ausgeklügelten Originalitätskiste, viele Abläufe sind generisch und auch der Showdown mit parallel ablaufendem Final Fight birgt keine Twists.
Dennoch macht der kurzweilige Actioner Laune und verbindet innerhalb seiner nie langweilig werdenden 124 Minuten Humor, Spektakel und teils altmodisch anmutenden Charme.
7 von 10 

  

Details
Ähnliche Filme