Bemühte, theoretisch willkommene, aber lau aufgewärmte Wiederbelebung des Buddy Pictures durch Momoa und Bautista, heutzutage leider typisch für die Verbreitung als reiner Streamingtitel bereitgehalten, eine begrenzte Vermarktung und gleichzeitig mit sicherer Distribution und zusätzlichen Marketingreizen, hier als Actionkrimi auf Hawaii angesiedelt und so mit optischen Genüssen abseits ihrer älteren Besetzung, die in die Tage gekommen sind oder sich anderweitig einer wahrhaften Schönheit fernhalten. Zum Thema gemacht wird dies im Film ebenso, in Form von verbalen Traktaten, die sich die Figuren gegenseitig an den Kopf werfen und so rasch ihre Bruderliebe und den 'Hass' bzw. eher die Gegensätzlichkeit zueinander beweisen, das übliche Motto von Kumpelkomödien, welche in den Achtzigern zu allerlei Höhenflügen anstießen und nun noch sehr selten ihre Ehre erweisen. Hier im Aufguss derlei Geschichten für die neue Generation und für die den seligen Zeiten Nachtrauernden, eine Erzählung aus dem Fundus mit bekannten Zutaten und deren Wiederverwendung, präsentiert von Metro Goldwyn Mayer für die Amazon MGM Studios, die beiden Hauptdarsteller stark und streng im Fokus, die Retrohits begleitend, eine Anpeilung an vergangene Jahrzehnte mit den Mitteln und Verwendungszwecken von heute, größere Aufnahmen und effekttechnisch dünne Begleiterscheinungen:
Nach dem scheinbaren Unfalltod ihres Vaters Walters, einem auf Hawaii tätig gewesenen Privatdetektives, treffen sich seine beiden Söhne Jonny Hale [ Jason Momoa ], einem derzeit suspendierten Polizisten aus Oklahoma, und dem älteren Navy SEAL James Hale [ Dave Bautista ] erst bei der Beerdigung wieder. Jonny vermutet beizeiten einen Mord und kann den erst zögernden James bei zunehmenden Schwierigkeiten zur Mitarbeit überzeugen, welche noch durch den einheimischen Helfershelfer Pika [ Jacob Batalon ] ergänzt werden. Die Suche nach den Tätern, ungern gesehen vom ermittelnden Detective Sergeant Karl Rennert [ Stephen Root ] führt die beiden Ungleichen über den Governor Peter Mahoe [ Temuera Morrison ] zum Grundstücksspekulanten Marcus Robichaux [ Claes Bang ] und dessen Frau Monica [ Lydia Peckham ], wobei beide beteuern, den P.I. ursprünglich angeheuert zu haben, außerdem tritt man bald den Yakuza, "fucking ninjas on bikes with guns" auf die Füße.
Eine erste Kamerafahrt in den Trubel hinein, in die Gefährlichkeit des Sichtbaren und des Unsichtbaren, den Aufhänger der Erzählung in den schnellen ersten Minuten dargeboten, ein Gang durch Chinatown, das Abwerfen eines Briefes und die versuchte Tarnung in der Menge, dann ein Autounfall scheinbar, die ausgemachte Ziel blutend auf der Straße und erledigt, die Rettung kommend im Bilde, einer der Heroen beizeiten im Extrem. Problem und Lösung dargereicht, für 120min ausgewalzt, eine durchaus satte Ausdehnung, welche nicht unbedingt ihre Notwendigkeit zeigt, Bautista als Familienmensch mit guten Zuhause und ehrlichen Beruf, erst die Eignungsübung im Wasser mit neuen Kadetten, die schlimme Nachricht wie hingenommen und ignorierend, die schlechten Neuigkeiten erst selbst mit dem Bruder und nur zögerlich mit der Ehefrau geteilt, ein stahlharter Mann und sein familiärer Gegenüber aus Oklahoma plus seine später auch für die Geschichte wichtige Lebensgefährtin, gespielt von Morena Baccarin gezeigt.
Nicht bloß der Beginn ist dabei milde (un)interessant, die Personen aus der Schublade, zum Klischee geworden oder gleich dazu geboren, die Synchronisation gewöhnungsbedürftig, die Originalstimmmen auch, da beizeiten außer Atem und nicht reif für die längere Distanz, geschweige denn den filmischen Marathon wirkend. Der leichte Ton wird beizeiten angelegt, der Tod des Vaters wie im Nebenbei und Nebenher, die Gefühle unterdrückt, dafür lieber Machismo und (leicht aus der Form gegangener) Körperkult wie aus den alten Tagen gezeigt, ein nächtlicher Angriff in der Wohnung durch zwei asiatische Schergen als einschneidende Veränderung. Eine Kampfszene quer durch das Mobiliar, Kamerawirbel und physische Brutalitäten, Körper gegen Marmor gehauen und Türen durchtreten, viel Glasbruch und anderer Radau, das Nutzen von allen möglichen Gegenständen zum Angriff und zur Verteidigung, durchaus auch längere Einstellungen, aber mehr laut und anstrengend als tatsächlich mit Wirkung. Immerhin macht man keine Gefangenen hier und auch später nicht, wird sich fern von Grenzen und Begrenzungen im durchgängig gefährlichen Milieu bewegt, erst beide Brüder einzeln und dann im Verbund, aufgrund der Beerdigung eine erneute Zusammenführung.
Momoa und Bautista passen dabei durchaus zusammen, zwei Alphamänner mit auch humoristischer Vergangenheit und filmografischer Überschneidung, zwei breitschultrige Streithähne, die sich in die Kamera drängen und von der Aufmerksamkeit zerren, dazu zuweilen auch das Anschlagen leiser Töne und Besinnung, welche aber in der allgemeinen Aufdringlichkeit eher sinnlos wirken und untergehen. Im Mittelpunkt stehen so bald die Ermittlungen, der 'Krimi' zusätzlich zu den Wortduellen, die die grundlegenden Unterschiede, die verschiedene Herkunft, die Eigenarten der beiden Recken klären, dazu einige Schimpfwörter und Flüche auf der Tonspur, einige erhobene Stimmen, erst viel Feindseligkeit im Raum und dann Destruktion außerhalb und innerhalb in der beiderseitigen Zusammenarbeit. In Sachen Buddy Picture ist man dabei recht erzwungen, großteils uninspiriert geschrieben und gedreht, von der Konstellation her durchaus konstruktiv, aber dies als einzigen Aufhänger darreichend, die Hintergründe eher außerhalb der Emotionalität und so ohne weiterreichende Verzweigung, immerhin wird Spielfreude gereicht. Die Wiedersehensfreude ist insgesamt recht klein und verhalten, die Präsenz von "fucking prick" Momoa und speziell Bautista dafür erdrückend, eine Entführung in die Höhle des Löwen beizeiten sorgt für etwas Erweiterung und Änderung der ausgetrampelten Paradise City - Storypfade, dem müden Abklappern einer Dramaturgie, wird auch eine zweite Untersuchung, die des Mordes nicht bloß an dem Vater, sondern auch der Mutter aufgeworfen, eine Drohung und die Antwort, das erste Viertel damit erreicht. In den Bildern gleichzeitig die Farben gefiltert als auch gedämpft wird aus der umgebenden Natur relativ wenig Sehenswürdigkeit herausgezogen, das Milieu der hawaiianischen Außenzone hilft dem zunehmenden Krawall natürlich dennoch, dazu spätere Nachfragen der "two badass sons" im eingeschränkten Areal, das Stellen von Fragen und Verlangen und Verweigern von Antworten, das Nachgehen von Spuren und Fährten, ein sich gegenseitig Nachahmen, ein Autocrash und eine Kollision in den Verkehr hinein. Der Radau reißt aus dem Hin und Her hinaus, eine Schießerei auf einer Kreuzung als Weckruf und Signal zu mehr, das fleißige Feuern von Maschinenpistolen und deren Reaktion, Hangeleien am rutschenden Wagen und das Auslösen zweier Explosionen.
Die Actionszenen wie ein CGI-Helikopterangriff vor der Rückprojektion bis zum absehbaren Indoor-Finale dabei vereinzelt, allerhöchstens solide gehandhabt, by-the-book, ein Bad Boys im Kleinen, erst spät ein Rollkommando, zwischen Stunts, Blut und Zuhilfenahme anderer Techniken mitten in die ausgedehnte und gleichzeitig dünne Story eingewebt, auch mit etwas Prollgehabe wie die beiden Figuren, dafür mit einer zünftigen Rauferei beider im Matsch, noch mit die attraktivste Szene. Die Schönheiten von Flora und Fauna in und um Waikiki ebenfalls mittendrin gewürdigt, um dem Finale etwas Würze und Motivation, dem suspendierten Cop und dem früheren Cop genug Legitimation in die ausufernden Pranken zu geben.