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Der Cop Johnny Hale wird von Leila, der Ehefrau seines entfremdeten Halbbruders, dem Navy-Ausbilder James, darüber informiert, dass sein Vater, der Privatdetektiv Walter, zu dem er seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte, bei einem vermeintlichen Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen ist. Johnny fliegt daraufhin zur Beerdigung in seine alte Heimat Hawaii, doch lange gehegte Animositäten zwischen den beiden Brüdern müssen im Anschluss an die Beisetzung hinten anstehen: Als Johnny und James gemeinsam einigen Ungereimtheiten nachgehen, finden sie nämlich heraus, dass ihr alter Herr in Wahrheit ermordet wurde, weil er bei seinen Ermittlungen dem Gangster Robichaux auf die Schliche gekommen ist, der plant, nach der Legalisierung des Glückspiels auf Hawaii Casinos auf geschützten Grundstücken zu errichten und dabei gemeinsame Sache mit der Yakuza macht. Als Robichaux die Schnüffler loswerden will und seine Männer losschickt, damit diese James' Familie ins Visier nehmen, startet das Brüderpaar einen Abriss, der sich gewaschen hat... Auch wenn es schon ziemlich lange keinen erwähnenswerten Vertreter aus jener Sparte mehr gab, so ist die gute, alte 80er Jahre-Buddy-Action-Nummer à la "Lethal Weapon" auch in Zeiten von Mega-Blockbuster-Spektakeln made in Hollywood mit 'nem Budget von 300 Millionen Dollar aufwärts wohl durchaus noch in der Lage, eine altbekannte Handlung über ihre komplette Distanz zu tragen... vorausgesetzt, man hat das passende Darsteller-Gespann zur Hand, das einem mit seinem Zusammenspiel Gags und Gebalge zufriedenstellend verkauft, was bei "The Wrecking Crew" mal absolut der Fall ist. Okay, der Großteil der Action stammt abseits der krachigen Fights mal überdeutlich aus dem PC, wirkt darum auch nicht "echter" als in vergleichbarer Streaming-Ware wie etwa dem letztjährigen "Heads of State" und haut einen - mal abgesehen von ein, zwei konzeptionellen Einfällen, die einen kurz aufmerken lassen (Stichwort: Arm!) - nicht wirklich vom Hocker, aber dafür kann der Streifen doch unewertet heftig mit seinen Buddy-Comedy-Aspekten punkten: Die Chemie zwischen Dave Bautista und Jason Momoa ist nämlich mindestens mal ebenso gut wie die zwischen The Rock und Jason Statham in "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" und schiebt das Ganze fast schon im Alleingang in den grünen Bereich, ich habe mich angesichts der furztrocken rausgehauenen Sprüche über Gebühr amüsiert und tatsächlich MEHRMALS laut auflachen müssen. Das menschliche Element schiebt demnach Überstunden, um die Anmutung von schierem Content auf der Drehbuch-Ebene wettzumachen, denn der straight runtergeholzte Inhalt gestaltet sich da doch vollkommen vorhersehbar und gänzlich überraschungsfrei, die Bösewichter erkennt man hier auf den ersten Blick und Temuera Morrison spielt auch nur mit, weil er Dreck am Stecken haben muss. Den primitiv-gewaltgeilen Low-IQ-Höhlenmenschen-Teil meines Hirns, den es nach Radau und blöden Witzen dürstet und dem Story-Feinheiten wurscht sind, bedient "The Wrecking Crew" aber doch unerwartet gut und dass sich die Angelegenheit selbst doch unleugbar in der Tradition alter Actiongülle sieht und auch noch stolz darauf ist, erkennt man schon daran, dass B-Movie-Charakterkopf Branscombe Richmond hier ganz unverhofft in einer Nebenrolle auftaucht, denn der hat sich in den 80ern ja schon von Chuck Norris verkloppen lassen. Doch, doch... wenn Guinness für eventuelle Fortsetzungen wieder ein bisschen Product-Placement-Kohle locker macht (I mean, come on...!), dann würde ich mir hiervon auch noch einen zweiten und dritten Teil reinziehen!

8/10

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