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Kann ein Film gut sein, der aus einer Serie von billigen Monsterfilmen stammt, die bei Larry Buchanan für das Fernsehen in Auftrag gegeben wurden? Das Skript fand sich in einem Sortiment von Remakevorschlägen (u.A. Zontar: The Thing from Venus) und basiert auf der Geschichte Beeing von Richard Matheson. Die Besonderheit: Dieses Drehbuch wurde vorher nicht verfilmt.
Die Einleitung erinnert zumindest an Romeros Nacht der lebenden Toten. Ein Pärchen fährt mit ihrem Straßenkreuzer im amerikanischen Nirgendwo vor. Es könnte ja sein, daß Buchanan so eine Backwood-Terror-Revolution gestartet hat, so wie Romero das Zombiegenre revolutionierte. Doch warum spricht dann so selten jemand über Höhle des Grauens?

Ganz einfach. Potential ist durchaus vorhanden. Die Protagonisten landen sich verfahrend und nach Benzin suchend auf dem Gelände eines Tiersammlers, der sie in seinem Hause willkommen heißt. Er führt die Gäste in eine Höhle, in die er sie nun einsperrt, als Gesellschaft für sein Lieblingstier, ein prähistorisches Echsenwesen, klar humanoid in der Statur und so dermaßen Gummianzug mit Tischtennisball-Augen, daß man vor Freude quitschen möchte. Das Kostüm stammt wohl aus dem Buchanan Film Creature of Destruction, was die Wertigkeit schon wieder mindert. Und vor allem wird die Kreatur nur ganz kurz genutzt.
Dann schweift Buchanan ab, erzählt mehr von Psychofolter und dem weiterkeimenden Begehren auszubrechen. Der Sinn geht mit dem Interesse flöten. Höhle des Grauens wirkt zunehmend konzeptlos, mit Voiceovers billig zusammengeschustert und ist im Prinzip ein Etikettenschwindel ohne Gegenleistung.

Expressionistisch-stumme Momente oder eben das mißachtete Gummimonster sind keine Entschädigung für einen Film, der sich von einer schlüssigen Struktur soweit entfernt, daß man die tiefere Bedeutung nach dreimaliger Sichtung in einer Diskussionsrunde zu ergründen versuchen könnte. Ich würde aber nicht so weit gehen, dies schon wieder als Kunst einzustufen.

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