Jetzt hatte ich Gefallen am sehenswerten Kommissar-Duo gefunden, da geht die Neue schon wieder in den Ruhestand. Man hätte der Harfouch aber einen besseren Abgang gewünscht, denn dieser Krimi ist pseudointellektueller Quark oder anders gesagt der bescheuertste Tatort seit langem.
In einem Waldgebiet vor Berlin wird ein Wolf gesichtet. Eine Leiche im Wald mit erheblichen Biss-Spuren lässt den Schluss zu, dass das Tier ziemlich gefährlich ist. Da sich im Gefahrengebiet noch eine Survival-Führerin samt Kunden aufhält, begeben sich Karow und Bonard als einzig freie Polizeikräfte in den Wald. Bonard ist angesichts ihrer Pensionierung in einigen Tagen irgendwie komisch drauf. Als sie die Wanderer finden und informieren, weigert sich die Führerin den Wald zu verlassen. Aus einer inneren Sehnsucht heraus beschliesst Bonard, im Wald zu bleiben. Karow fährt zurück nach Berlin und nimmt den Kunden mit. Und so versucht sich Bonard auf Identitätssuche im Wald, Karow hingegen versucht, den Kunden in die Kiste zu bekommen und lässt nach einer Absage in einem Klub die Sau raus. Die Obduktion ergibt derweil dass der Tote mit einer Axt erschlagen worden ist, die Bisswunden von Hunden stammen. Während Bonard jetzt mit der Axt-Besitzerin durch den Wald streift, beginnt Karow in einem zweiten Anlauf mit dem anderen Verdächtigen eine sexuelle Beziehung.
Wow - Das ist ja an Absurdität kaum zu übertreffen! Und es wird noch abstruser! War die Drehbuchautorin und Regisseurin auf LSD???? Diese Frage muss man wirklich stellen, denn der weitere Fortgang des Films wird immer abenteuerlicher. Karow wird nach dem Sex betäubt, wacht betrunken in der Gosse auf, wo dann plötzlich Bonard wieder da ist. Der Täter erschiesst sich dann einfach mal so ohne ein Warum, Karow weint, Bonard akzeptiert jetzt ihr Sein....
Wäre das kein Tatort, sondern ein Film über Identität, Befreiung oder was auch sonst immer an psychologischem Krams, wäre das kein schlechter Film. Handwerklich ist das top umgesetzt, visuell astrein bebildert. Die Figur Karow darf mal Gefühl zeigen und ist von Mark Waschke sensationell gut gespielt. Die künstlerischen Aspekte habe ich durchaus erkannt und weiss sie auch zu würdigen. Deshalb gibt es auch 5 statt 1 Stern. Aber für einen Tatort ist das unterirdischster intellektueller Quatsch Hoch Zehn und eine Verschwendung von Fernsehgebühren, die den sofortigen Rauswurf des Programmdirektors rechtfertigt. Kunstkrimis können durchaus funktionieren, wie die Murot-Tatorte beweisen, aber dieses Mal leider nicht!