Review

Kill Bill Vol.2, lang erwartet und endlich gesehen. Und ich muss sagen: ich war hoch erfreut.

Ok, die Leute, die eine bluttriefende, actionreiche Gewaltoper wie den ersten Teil erwarten, werden Vol.2 mit einem Gefühl tiefer Enttäuschung verlassen. Doch ich war wirklich angetan. Wie in seinen früheren Werken setzt Tarantino viel auf brillant skurrile Dialoge, die manchmal so unpassend wirken, dass sie einem einen gewissen Schmunzler entlocken können (bestes Beispiel ist Bills Superhelden-Vortrag). Außerdem erfahren wir mehr über die Vorgeschichte der Braut, wie sie ihre Fähigkeiten erlernte, welche Art von Training sie über sich ergehen lassen musste (welches nebenbei bemerkt selbst mir einen fassungslosen Gesichtsausdruck verliehen hat).
Der Rachefeldzug wird konsequent fortgesetzt, allerdings weniger übertrieben blutspritzend und akrobatisch ansehnlich wie in Vol.1, was aber keinesfalls schlecht ist, sondern dem ganzen einen doch eher erzählerischen Charakter verleiht und ihn nicht als bloßes Plagiat von seinem Vorgänger dastehen lässt.
Im Tempo wird im Vergleich zu Vol.1 ein Gang zurück gelegt. Es gibt schon die eine oder andere schöne Kampfszene, bei der auch wieder das Katana von Hattori Hanzo zum Einsatz kommt (z.B. beim Kampf von Elle Driver gegen Uma Thurman).
Noch sagen wollte ich, dass Uma Thurman's Charakter der Braut in diesem Film wesentlich menschlicher und verletzlicher präsentiert wird, als im ersten Teil. War sie dort noch eine gnadenlose Rachemaschine, die so mir nichts, dir nichts die Crazy 88 lahmgelegt hat, so sieht sie sich hier öfter ausweglosen Situationen und schweren Hürden gegenüber, die den Zuschauer mitnehmen (z.B. ihre Begegnung mit Budd, der sie lebendig vergräbt; ihr Training bei Pei Mai).

Was mich ein wenig gestört hat, ist das doch allzu Hollywood typische Happy End mit der Braut und ihrer Tochter. Das war nun nicht nötig und ist auch nicht unbedingt Tarantinos Stil.

Alles in allem kann ich sagen, dass Vol.2 die Geschichte von Vol.1 konsequent fortsetzt, neue Einblicke liefert, und erzählerisch absolut die Oberhand gewinnt. Aber das ist meine Meinung als Fan von Tarantino. Und seine Jünger werden ihm sowieso alles abnehmen, und wenn er das Leben von Mutter Theresa als durchgestylte, unterkühlte Action-Ballade inszeniert.

9/10

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